Wifi Landeck: „Entscheidend ist, es kommen Kurse weg“

Bürgermeister kritisiert „Ausdünnung“ beim Wifi. Laut WK bleibt Wifi-Standort in Landeck erhalten, wird aber neu ausgerichtet.

Der Wifi-Standort Landeck wird neu ausgerichtet.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Landeck – Neue Mitarbeiter eines Hotels loggen sich in eine digitale Plattform im Unternehmen ein, lernen das Hotel kennen, den Ort, das Skigebiet, die Gepflogenheiten im Betrieb – das ist für Wirtschaftskammer-Geschäftsstellenleiter Otmar Ladner ein Beispiel für ein maßgeschneidertes Angebot, das das Wifi Landeck in Zukunft anbieten werde. Es geht um digitale Lernplattformen und Lernvideos – wie in diesem Beispiel für „Onboarding“. Themen seien Digitalisierung, künstliche Intelligenz und E-Learning.

„Es wird aber auch das ein oder andere Präsenzseminar geben müssen“, ergänzt Wirtschaftskammerbezirks­obmann Michael Gitterle – er spricht zum Beispiel von Spezialseminaren mit Vertiefung im Tourismus.

Die Zukunft des Wifi-Standorts im Bezirk warf in den vergangenen Wochen einige Fragen auf. Wie berichtet, wurde beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Landeck angekündigt, dass er ab 2020 mit Imst am neuen Wifi-Campus Imst zusammengelegt werden soll. Der Wifi-Standort Landeck bleibe jedenfalls erhalten, hält Gitterle fest. „Es wird eine Neukonzeption geben.“ Wie genau, da sei man selbst noch in der Schwebe, müsse auch schauen, was der neue Wifi-Campus in Imst anbieten wird. Wie viele Seminare tatsächlich noch vor Ort in der Wirtschaftskammer stattfinden, das könne man aktuell noch nicht beantworten, sagt auch Ladner.

Die Ankündigung hatte zuletzt Bürgermeister Wolfgang Jörg zu einem Protestschreiben veranlasst. Denn die klassischen Präsenzseminare, also jene mit Anwesenheit der Teilnehmer, sollen in den Nachbarbezirk abwandern. Damit gehe ein Frequenzbringer verloren, kritisierte er die Ausdünnung des ländlichen Raums.

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Jörg bleibt bei seiner Kritik: „Anpassungen und Weiterentwicklungen sind ja begrüßenswert, man kann, soll und muss ja adaptieren“, betont er. „Neue Strukturen dazunehmen heißt ja nicht, dass man andere abgibt, entscheidend ist, es kommen Kurse weg“, so Jörg.

„In jedem neuen Weg liegt eine Chance, ich glaube nicht, dass das Wifi von der Frequenz tot ist“, kontert Ladner. Laut ihm werde es auch nach der Neuausrichtung weiterhin Frequenz am Wifi-Standort geben. Man werde bei der Neukonzipierung des WK-Standorts darauf schauen, in der Bezirksstelle einen Frequenzbringer zu schaffen.

Eine klare Position gibt es zu einer weiteren Befürchtung, die im Rahmen der Diskussion rund um das Wifi auftauchte: „Es gibt keine Diskussion über den WK-Standort“, gibt Ladner Entwarnung. Auch WK-Präsident Christoph Walser schaltete sich via Aussendung ein: „Wir stehen voll und ganz zu unseren Bezirksstellen. Sie sind das Rückgrat der Tiroler Wirtschaftskammer und das Zentrum der Wirtschaft in unseren Bezirken“, unterstrich er. Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern. „Auch bzw. schon gar nicht in Land­eck!“

Wie berichtet, wird es aber eine Modernisierung der Bezirksstelle geben. „Die Aufgaben bleiben gleich, auch Service und Dienstleistungen bleiben identisch“, stellt Ladner klar. Das gelte auch für die Mitarbeiterzahl, die eher erhöht werde.


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