Wandernacht im Scheinwerfer: Aufregung um ausgeleuchtete Serles

Eine taghell ausgeleuchtete Serles ruft die Landesumweltanwaltschaft auf den Plan. Durch das Licht würden die Tiere – allen voran das Wild – massiv gestört.

Mit Hochleistungs-Scheinwerfern wurde am Dienstagabend die Serles ausgeleuchtet.
© zeitungsfoto.at

Von Nikolaus Paumgartten

Mieders – Unterhaltsam, lustig und bunt – mit geführter Fackelwanderung, Lichtershow an den Speicherseen und Inszenierung der Serles: Was die Veranstalter – die Serlesbahnen in Mieders und der Tourismusverband Stubai – mit dieser Formulierung als „Serles Wandernacht“ beworben und am Dienstagabend durchgeführt haben, hat gestern den Landesumweltanwalt tätig werden lassen, denn im Laufe des Abends wurde die 2717 Meter hohe Serles über einen längeren Zeitraum mit Hochleistungs-Scheinwerfern bestrahlt und dabei taghell ausgeleuchtet.

„Wir haben eine Anfrage an die Bezirkshauptmannschaft gestellt und uns erkundigt, ob uns vielleicht ein Genehmigungsbescheid durch die Lappen gegangen ist“, sagt Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer, denn einen solchen hätte es nach dem Naturschutzgesetz für das Beleuchten des Berges gebraucht. Bei Aktionen dieser Art entscheide nämlich nicht die Gemeinde über die Durchführung, sondern die Bezirkshauptmannschaft. „Dabei haben wir dann Parteistellung“, erklärt Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer, der noch auf die Antwort seitens der BH wartet. Er könne aber ausschließen, dass die Landesumweltanwaltschaft in diesem Fall ihre Zustimmung gegeben hätte. In einer Zeit, in der Energie als klimarelevante Ressource in aller Munde ist, könne man derartige Veranstaltungen nicht gutheißen. Außerdem würden durch das Licht die Tiere – allen voran das Wild – massiv gestört.

„Eine direkte Anstrahlung habe ich nicht wahrgenommen“, sagt der Geschäftsführer des TVB Stubai, Roland Volderauer, verweist aber für nähere Details an die Bergbahnen als Hauptveranstalter und an die Gemeinde Mieders. Bei den Serles­bahnen war gestern niemand für ein­e Stellungnahme zu erreichen. Der Miederer Bürgermeister Daniel Stern erklärte zunächst, Rücksprache mit der Amtsleitung halten zu müssen, war dann aber für ein­e Stellungnahme ebenfalls nicht mehr erreichbar.


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