UNO kritisiert Anstieg bei Fremdunterbringungen

Der Kinderrechteausschuss der UNO kritisiert Mängel bei der Umsetzung der Kinderrechte in Österreich. So sei die Zahl der Fremdunterbringungen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, heißt es in einem aktuellen Bericht. Auch viele Kinder unter drei Jahren sowie mit Behinderungen seien in diversen Institutionen untergebracht. Zudem sei die Datenlage in vielen Bereichen mangelhaft.

Kann der Verbleib in der Familie nicht aufrechterhalten werden, wird die sogenannte volle Erziehung in Form der Betreuung bei Pflegepersonen oder in sozialpädagogischen Einrichtungen angeordnet. 2018 war das für 13.325 Minderjährige der Fall. 60 Prozent lebten in Einrichtungen, 40 Prozent bei Pflegeeltern. Zwar war das um 278 bzw. zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Vor 15 Jahren waren allerdings nur rund 10.000 Kinder und Jugendliche betroffen, hieß es vonseiten SOS Kinderdorf zur APA.

Die UNO bemängelt zudem einheitliche Qualitätsstandards bei der Unterbringung von Kindern in alternativer Betreuung. Die Verlagerung der Kompetenzen von Bundes- auf Länderebene gefährdeten die bereits erreichten Fortschritte dabei. Prävention stehe nicht ausreichend im Vordergrund, Beratungsstellen, Sozialarbeit in den Schulen und frühes Eingreifen sei daher nicht in allen Ländern möglich.

Kritik wird auch am Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen geübt. Diese erhielten nicht die gleiche Unterstützung - auch finanziell - wie einheimische Kinder. Dies würde zu niedrigeren Qualitätsstandards bei der Betreuung führen. Die Überwachung durch Kinder- und Jugendbetreuungseinrichtungen sei nicht gewährleistet.

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Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf, empfiehlt als Reaktion auf den Bericht, die Gründe für die hohen Zahlen an fremduntergebrachten Kinder näher wissenschaftlich anzuschauen, um mit Eltern umfassender präventiv arbeiten zu können. Öffentliche Gelder für Prävention fehlten nach wie vor. „Ich hoffe, dieser UN-Bericht bringt alle Bundesländer dazu, entsprechende Unterstützungen für Eltern gesetzlich vorzusehen“, so Moser.

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