Tiroler Fischereiverband warnt vor Kraftwerken an der Isel

Die Äsche ist laut Tiroler Fischereiverband in der Isel vom Aussterben bedroht.
© Clemens Ratschan

Lienz, Innsbruck – Der Tiroler Fischereiverband schlägt Alarm: Die Gefahr für Osttirols Fischbestände in der Isel sei dramatisch, erklärt der Verband in einer Aussendung. Als Grund werden die von der Umweltschutzorganisation WWF kritisierten Pläne für neue Wasserkraftwerke genannt.

„Bevor man über weitere Kraftwerkspläne überhaupt nachdenkt, wäre es weitaus dringlicher, die Sanierung der Laichplätze in den Iselzubringern, etwa in der Schwarzach, anzugehen“, sagt Andrea­s Bachler, der Obmann des Tiroler Fischereiverbandes. „Zwei wesentliche Punkte sind dabei die Restwassermenge und der Geschiebehaushalt.“ Einst sei die Schwarzachmündung ein bedeutender Laichplatz für die Äsche gewesen. „Das Wasser war zur Fortpflanzungszeit der Äsche regelrecht schwarz vor Fischen. Mit der Errichtung des ersten Wasserkraftwerks in der Schwarzach fand dies jedoch ein jähes Ende, wie alte Fischer noch wissen“, so Bachler weiter.

Wenn weitere Kraftwerke gebaut oder bestehende Anlagen erweitert würden, hätte das schlimme Auswirkungen auf die Fische im Isel-Einzugsgebiet, erklärt der Verbandsobmann. Der Bestand habe sich in den vergangenen acht Jahren ohnedies schon stark reduziert. Mit den Plänen für zusätzliche Kraftwerke, wie jene an der Schwarzach oder am Tauernbach, sei der Lebensraum für Fische massiv beeinträchtigt und ein wirksamer Artenschutz äußerst fraglich.

Der Fischbestand sei ein wichtiger und verlässlicher Indikator für ökologisch intakte Gewässer. Deshalb fordert der Fischereiverband von der Politik einmal mehr die Einhaltung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. (TT)


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