Initiative in Landeck setzt Weckruf zu Gefahren der 5G-Netze ab

Landecker Grünen-Politiker und Netzwerkerinnen warnen vor den Folgen hoher Strahlenbelastung. Junge Grüne würden Thema verharmlosen.

Die „5G-kritische“ Landecker Initiative mit Gudrun Gruber, Susanne Schweisgut und Wolfgang Egg (v. l.) plädiert für die verstärkte Nutzung des „guten alten“ Festnetzes.
© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Landeck – Fünf Tiroler Gemeinden starteten im Frühjahr 2020 mit dem Ausbau der Sendemasten für den 5G-Mobilfunk. Im Bezirk Land­eck war Serfaus mit dabei. „Ängst­e in Bezug auf ein erhöhtes Gesundheitsrisiko sind unbegründet“, kommentierte die Oberländer Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller. „Diese schnelle mobile Internetanbindung schafft Chancengleichheit in peripheren Gebieten.“ Zumindest räumt­e Pfurtscheller ein, dass die neue Technologie nicht überall positiv gesehen werde. Aber „die Ängste, die in der Bevölkerung geschürt werden, sind unbegründet“.

Ganz und gar nicht positiv sieht das die Landecker „5G-kritische“ Initiative, die am Donnerstag über das Gefahrenpotenzial der hohen Strahlenbelastung informiert­e. Grünen-Politiker Wolfgang Egg sowie die Netzwerkerinnen Susanne Schweisgut und Gudrun Gruber hatten sich über Monate mit Ärztestudie­n bzw. Referenzquellen aus aller Welt, auch von der WHO (Weltgesundheitsorganisation), befasst. „Jemand muss ja beginnen, die Politik wachzurütteln und die Bevölkerung für das hohe Gesundheitsrisiko in Zusammenhang mit hoher Strahlenbelastung zu sensibilisieren“, fasste die Gruppe zusammen. Es handle sich um ein „sehr komplexes Thema“ mit viel „Fachchinesisch“. „Man weiß nicht wirklich etwas darüber“, stellte Egg fest. „Aber der Ausbau hat begonnen, bevor die Grundlagen und Langzeitfolgen bekannt sind. Bundeskanzlerin Bierlein hat in ihrer Amtszeit eine Folgenabschätzung angekündigt. Auf die Ergebnisse warten wir noch“, so der Nestor der Oberländer Grünen. Die Gesinnung der jüngeren Generation in der Partei überzeuge ihn nicht: „Ich höre und lese viele industrie­freundliche Aussagen zur 5G-­Technologie.“

In Richtung NR Pfurtscheller sagte Schweisgut, Politiker würden „Schwachsinn“ über 5G bzw. hochfrequente elektromagnetische Felder reden. Bei ihren Recherchen habe sie „einen wilden Umgang mit 5G festgestellt, der oft zu Falschinformation führt“.

Der Ausbau der Funknetze bzw. der 5G-Technologie bedeute ein erhöhtes gesundheitliches Risiko für Mensch, Tier und Umwelt.
© Keystones

Fakt sei, so die 5G-kritische Netzwerkerin, dass Ärzte im Zuge von hoher Strahlendosis neben bösartigen Hirntumoren bzw. Krebs auch immer mehr innere Entzündungen, Kopfschmerzen, Autoimmun­erkrankungen, Depressionen und Demenz feststellen. In Europa seien zehn Prozent der Menschen „elektrohypersensibel, Tendenz steigend“. „Vor diesem Hintergrund werben Hotels bereits für funkreduzierte Zonen“, weiß Schweisgut, „Zielgruppe sind elektrosensible und gesundheitsbewusste Menschen.“

In diesem Zusammenhang unterstützt die Landecker Ini­tiative die Plattform www.gesundlebentirol.com, wo auch eine Petition zu finden ist.


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