Kein schwarzes Parteibuch für FP-Kandidaten Claus Aniballi

Trotz seiner Kandidatur für die Freiheitlichen wäre er aber gern ÖVP-Mitglied geblieben. Claus Aniballi verliert sein schwarzes Parteibuch.

Claus Aniballi tritt bei der Wirtschaftskammerwahl für die Freiheitlichen an. Bisher war er Funktionär für den Wirtschaftsbund.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Prutz, Landeck – Seine Kandidatur hat nun Konsequenzen: Claus Aniballi, Kandidat für die „Freiheitliche Wirtschaft“ bei der kommenden Wirtschaftskammerwahl, verliert sein ÖVP-Parteibuch. Das teilte gestern ÖVP-Bezirksobmann Toni Mattle mit. Laut Statut ist seine Mitgliedschaft mit seiner Kandidatur für die FPÖ erloschen.

Aniballi, der in Prutz ein Weingut betreibt, sitzt seit fünf Jahren für den schwarzen Wirtschaftsbund in der Kammer. Nun hat er angekündigt die Seiten zu wechseln – „weil nichts weitergeht“, wie er bei der Präsentation des Programms vor Journalisten erklärt hatte. Dort bestätigte er aber auch, dass er weiter ÖVP-Mitglied sei.

Am Mittwoch habe ihn Mattle nun persönlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass seine VP-Mitgliedschaft beendet ist, erklärte Aniballi gestern auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. Diese hätte er „schon gerne behalten“, wie er erklärt, „da sind super Typen dabei. Das heißt nun ja aber nicht, dass man nicht weiter mit der anderen Seite reden kann.“

So naiv, dass er nicht mit der Möglichkeit eines Ausschlusses gerechnet hätte, sei er aber nicht gewesen. Er hätte aber auch mit einer Reaktion gerechnet, als er bereits im vergangenen Herbst beim Wirtschaftsbund gekündigt hatte. „Ich hätte mir gewünscht, dass man mich fragt, warum ich austrete. Da zeigt sich ein bisschen die Arrogan­z des Wirtschaftsbundes.“

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Beim Wirtschaftsbund weist man diese Vorwürfe von sich. Er habe persönlich mit ihm gesprochen, betont Wirtschaftsbund-Sprecher Patrick Taxacher, für ihn sei Aniballis Austritt unverständlich gewesen.

Sein ÖVP-Parteibuch hatte der Prutzer Weinbauer damals allerdings behalten. Laut Parteistatut erlischt die Mitgliedschaft aber automatisch durch die Kandidatur für eine „andere politische Gruppierung von überregionaler Bedeutung“, erklärt ÖVP-Sprecher Sebastian Kolland. Man habe aus den Medienberichten von der Kandidatur Aniballis erfahren.

Ob dieser jetzt FPÖ-Mitglied wird? „Das ist im ersten Step nicht vorgesehen“, erklärt der WK-Funktionär. Er habe außerhalb der Wirtschaftskammer keine politischen Ambitionen.


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