In Inzing gilt nun auch auf Landesstraße Tempo 30

Auf einem Abschnitt der L11 im Ortszentrum hat die Gemeinde einen 30er erreicht. Hatting will auf der Bahnstraße dasselbe Tempolimit beantragen.

Bürgermeister Sepp Walch ist froh über den neuen 30er an der Salzstraße.
© Gemeinde Inzing

Von Michael Domanig

Inzing – Die Tafeln stehen seit Dienstag. Seither gilt auf einem Abschnitt der Salzstraße (L11) im Zentrum von Inzing Tempo 30 – also auf einer Landesstraße, wohlgemerkt.

Der 30er sei ein „langgehegter Wunsch der Bevölkerung“, erklärt BM Sepp Walch – und ein Ergebnis eines langen Prozesses: Im Rahmen des „Audits familienfreundliche Gemeinde“ gab es eine Verkehrsuntersuchung, ein Verkehrskonzept wurde erstellt. Zusätzlich hätten über 500 Inzinger eine Unterschriftenaktion für Tempo 30 speziell auf der Landesstraße unterzeichnet.

Auf Gemeindestraßen wurde in Inzing bereits 2019 flächendeckend Tempo 30 eingeführt, nun folgte in Abstimmung mit dem Land Tirol eben die L11. Das Land habe zunächst „eher zögerlich“ reagiert, dann habe es aber ein Umdenken gegeben, freut sich Walch. Während es zunächst so aussah, als wäre der 30er nur auf einem kürzeren Abschnitt möglich, sei es mit einem neuen Gutachten gelungen, die Verordnung zwischen den Einmündungen von Buchweg und Schretterweg zu erreichen – immerhin ein über 500 Meter langer Abschnitt.

Um einen 30er auf einer Landesstraße zu rechtfertigen, habe es diverse Voraussetzungen gebraucht: So ist die L11 im Zentrum von Inzing schmaler als außerhalb, die Fußgängerfrequenz höher, die Einmündungen sind teils unübersichtlich. Lkws fahren aufgrund der geringen Straßenbreite regelmäßig auf die Gehsteige – was auch Gefahrensituationen bedeutet.

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Der 30er sei nun ein „großer Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm“, betont Walch. Er appelliert aber an die Bürger, ihr Verkehrsverhalten generell zu überdenken und mehr Strecken mit Rad, zu Fuß oder per Öffis zurückzulegen. Für weitere Maßnahmen aus dem Verkehrskonzept bzw. dem Klimabündnis-Projekt „Pro-Byke“ – etwa attraktivere Radabstellanlagen – hat Inzing heuer insgesamt 56.000 Euro budgetiert.

Die Idee, die Engstelle bei der Kreuzung L11/Kohlstatt/Bahnstraße womöglich bewusst noch enger zu machen, habe man bisher nicht aktiv geprüft, sagt Walch. Man wolle jetzt einmal schauen, wie sich der neue 30er auswirkt.

Damit dieser greift, werde es auch mehr Polizeikontrollen brauchen, so Walch, zudem schaffe die Gemeinde weitere Smiley-Tafeln an. Der Ankauf eines Radars sei „höchstens gemeinsam mit den Nachbargemeinden“ denkbar.

Apropos: Ist ein 30er entlang der L11 – neben Inzing gibt es auch in Pfaffenhofen schon ein solches Teilstück – auch für andere Salzstraßengemeinden ein Ziel?

„Bei uns gibt es entlang der L11 keine Engstellen“, sagt BM Dietmar Schöpf aus Hatting. Ein 30er (wie er im gesamten Ortsgebiet sonst seit sechs Jahren gilt) sei daher dort nicht zu rechtfertigen. Seit Dezember kontrolliere man den 50er aber mittels Radarbox, für die man „neun Jahre gekämpft“ habe. Damit habe man eine Verkehrsberuhigung in Ost-West-Richtung erreicht. Und auf der L307 (Bahnstraße Richtung Pettnau) wolle man an Land bzw. BH einen Antrag auf Tempo 30 stellen. „Die Vorbegutachtung durch einen Verkehrsexperten hat ergeben, dass hier die nötigen Parameter vorliegen.“ Schöpf verweist auf 4000 Kfz täglich, Engstellen, die Unterführung und viele Fußgänger Richtung Bahnhof.

In Polling sei ein 30er auf der L11 „chancenlos“, meint BM Gottlieb Jäger. Ein 40er – ungefähr vom altem Lebensmittelgeschäft „Knabl“ bis zur Kapelle im Westen – werde aber kommen. Ein Gutachten, wonach das möglich ist, liege vor, nun gelte es noch mit der BH zu verhandeln.

In Flaurling besteht an der L11 ein 50er – und wegen des Baus des neuen Mehrzweckgebäudes an der Salzstraße derzeit eine Ampelregelung. „Wir werden noch besprechen, ob wir bei unseren extremen Engstellen – wo man de facto eh keinen 50er fahren kann – was machen“, sagt BM Brigitte Praxmarer. Zunächst wolle man abwarten, welche Erfahrungen die Nachbargemeinden mit dem 30er sammeln.

In Oberhofen gebe es an der Salzstraße keine vergleichbaren Engstellen, sagt BM Peter Daum. Einen 30er wie im Ortsgebiet werde man an der L11 also nicht bekommen. „Wenn der 50er eingehalten wird, ist das schon viel wert.“


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