Und wieder riecht es nach Medaille für Österreichs Biathleten

Österreichs Biathleten hoffen heute in der Staffel von Damen (11.45 Uhr) und Herren (14.45 Uhr) auf weitere Top-Platzierungen. Die Damen erstmals in der Geschichte auf die Top 10, die Herren auf einen Podestplatz.

Alle drei Tiroler sind heute im Staffel-Einsatz: im Bild Lisa Hauser als Zweite des Damen-Quartetts.
© gepa

Aus Oberrasen: Von Florian Madl

Oberrasen –Am Eingang ins Antholzer Tal, im Hotel Kohlerhof, wurde gestern an der Aufstellung für die heutige Staffel gefeilt. Nicht an der Besetzung, die ergibt sich im österreichischen Team quasi von selbst: Bei den Damen tritt die Tirolerin Lisa Hauser mit Katharina Innerhofer, Julia Schwaiger und Christina Schwaiger an, bei den Herren Julian Eberhard und Simon Eder sowie die Tiroler Dominik Landertinger und Felix Leitner.

Meine Aufgabe: kein Loch aufreißen und keinen Stecken abbrechen.
Felix Leitner zu seiner Aufgabe in der Herren-Staffel
Felix Leitner ist als Startläufer dabei.
© gepa pranter

Aber die Aufstellung gibt eher die taktische Ausrichtung wieder: Schnellschütze und Routinier Simon Eder zu Beginn? Oder Lokomotive Julian Eberhard? Oder einen der beiden Tiroler, die augenblicklich wohl im Schießen und Laufen das gleiche Niveau aufweisen? Cheftrainer Ricco Groß entschied sich für eine Sicherheitsvariante, die Reihenfolge gibt im Biathlon schließlich die Stoßrichtung vor: Der Milser Felix Leitner, Neunter in Sprint und Verfolgung, eröffnet. Leitner: „Wir wollen von Anfang an dabei sein.“ Worauf es für ihn ankommt? Ricco Groß wünscht sich von ihm, „dass keine Lücke aufreißt“.

Ihm folgen die Salzburger Simon Eder und Julian Eberhard, der Hochfilzner Dominik Landertinger wird als Schlussläufer auftreten. Wie etwa bei der Heim-WM 2017 in Hochfilzen: eiskalt am Abzug, mit Steher-Qualitäten in der Loipe – damals reichte das mit einem unwiderstehlichen Antritt am Ende zu Platz drei.

Dominik Landertinger geht als Schlussläufer an den Start.
© gepa pranter

Die letzten Körner fehlen ihm augenblicklich ein wenig, wenn auch die Medaille im Einzel den herbeigesehnten Gegentrend signalisiert. Nur: Ein „Landi“ in läuferischer Hochform nimmt es ohne Weiteres mit Martin Fourcade (FRA) auf, selbst ein Johannes Thignes Bö (NOR) schiene augenblicklich in Reichweite. „Eine Schlussrunde kann ich schon auspacken“, meint der 31-Jährige, der mit Bronze im Einzel den Druck vom österreichischen Team nahm. Und auch sich selbst befreite der Tiroler Ex-Weltmeister von 2009 davon: „Ich bin zuvor einen Tag zur Familie heimgefahren, das half mir.“ Der Rest ist Medaillen-Geschichte – und die soll heute in der Staffel fortgesetzt werden. So wie 2018 (Olympia in Pyeong­chang/KOR, Bronze), so wie 2017 (WM in Hochfilzen/Bronze), so wie 2014 (Olympia in Sotschi/RUS, Silber).

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Mit Landis Medaille ist viel Druck von der Mannschaft abgefallen.
Ricco Groß (ÖSV-Cheftrainer Biathlon)

Cheftrainer Ricco Groß ist jedenfalls schon jetzt von der WM angetan: „Sieben Top-Ten-Plätze, das kann sich sehen lassen.“ Man müsse das große Ganze im Auge haben. Und dazu zählt auch der starke Auftritt der Damen, denen heute in der Staffel einiges zuzutrauen ist. „Vielleicht eine Top-6-Platzierung“, glaubt Chef Ricco Groß. Das gelang bislang keiner Damen-Mannschaft. Es sind nicht immer Medaillen, die Erfolge wiederzugeben vermögen.


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