Wieder in Tirol: Kleine Mary aus Ghana braucht zweite OP

Das Mädchen aus Ghana ist wieder in Tirol und wird morgen in Salzburg operiert. Künftig soll sie ohne Spezialhosen auskommen.

In Tirol hat die Wörglerin Elisabeth Cerwenka nicht nur die Operation, die Unterkunft und den Besuch der Schule organisiert, sondern auch einen dringend notwendigen Besuch beim Zahnarzt.
© Cerwenka

Von Nikolaus Paumgartten

Wörgl, Innsbruck –Sie ist wieder da: die kleine Mary aus Ghana. Jenes Mädchen, dessen Schicksal die Tirolerinnen und Tiroler bewegt hat. Als Mary drei war, fing ihr Kleidchen bei einer Kochstelle Feuer und dabei verbrannten große Flächen ihres Unterbauchs. Weil die Wunde nie richtig behandelt wurde, bildete sich ein hartes Narbengewebe, das nicht nur massive Schmerzen zur Folge hatte, sondern das Kind auch stark in seiner Bewegungsfähigkeit einschränkte.

Komplizierte Nachbehandlungen

Dank zahlreicher Spenden und mit Unterstützung eines großzügigen Gönners, der anonym bleiben möchte, konnte die heute Siebenjährige im Herbst 2017 in Innsbruck operiert werden. „Die Operation damals hat ihr Leben völlig verändert“, ist Elisabeth Cerwenka heute noch der Innsbrucker Klinik unendlich dankbar. Die Wörglerin war in Ghana auf das Schicksal des Mädchens aufmerksam geworden und hatte die Reise und Behandlung für Mary organisiert.

In Ghana lebt Mary (r.) bei einer Pflegefamilie, um nicht einen stundenlangen Fußmarsch zur Schule auf sich nehmen zu müssen.
© Cerwenka

Doch so sehr sich Marys Leben nach dem Eingriff verbessert hat, so kompliziert stellte sich für sie und Elisabeth Cerwenka die Nachbehandlung dar. Denn Mary muss seit dem Eingriff eine Kompressionshose tragen, ohne die eine endgültige Heilung nicht möglich ist. Die Hose muss im Schnitt alle halben Jahre in Tirol neu angepasst und angefertigt werden – bis die kleine Patientin erwachsen ist. Das ist allerdings nicht nur kostspielig, sondern auch eine Belastung für Mary und ihre Familie. „Ghana und Österreich, das sind zwei Welten“, betont Elisabeth Cerwenka. Bereits bei ihrem letzten Besuch wollte Mary überhaupt nicht mehr zurück in ihre Heimat – und je älter sie wird, desto schwieriger wird das ständige Hin und Her, ist Cerwenka überzeugt. Die Kompressionshosen, die es in Ghana gibt, werden nicht genau angepasst, sondern sind in Standardgrößen zu kaufen – also auch keine Option für Mary.

Die Kompressionshosen in Ghana (rechts) sind mit den in Tirol angefertigten (links) nicht zu vergleichen.
© Cerwenka

Während Nachsorge-Zeit in Volksschule Wörgl

„Über eine Empfehlung sind wir zu Prof. Christoph Papp in Salzburg gekommen, der sich Mary am Dienstag angeschaut hat“, berichtet Elisabeth Cerwenka. Das Ergebnis: Mit einer zweiten Operation könnte die Siebenjährige künftig ohne Kompressionshosen auskommen und müsste deutlich seltener zur Kontrolle nach Österreich kommen. Die Entscheidung war rasch gefällt: Mary wird operiert.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Sie wollen helfen?

Aufenthalt, Flug und Behandlung kosten viel Geld. Wer helfen möchte, findet unter www.grenzenlos-helfen.at nähere Informationen. Ein Spendenkonto ist bei der Sparkasse Wörgl eingerichtet: IBAN AT34 2050 6001 0111 8040, lautend auf Elisabeth Cerwenka.

Heute geht es zunächst nach Salzburg, morgen in der Früh ist es so weit. Nach dem dreistündigen Eingriff muss das Mädchen neun bis zehn Tage stationär im Krankenhaus in Salzburg bleiben, ehe es entlassen werden kann. „Wir sind zuversichtlich, dass alles gut funktioniert“, sagt Elisabeth Cerwenka. Die Nachsorge dauert dann weitere sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit wird Mary die Volksschule in Wörgl besuchen, um nicht zu viel Stoff zu versäumen – denn aus der kleinen Mary ist mittlerweile ein Schulkind geworden, das in Ghana die erste Klasse der Grundschule besucht.


Kommentieren


Schlagworte