70. Berlinale: Jubel für zwei Filme über Künstler

Zwei Filme über sehr unterschiedliche Künstler sind bei ihren Premieren während der Berlinale mit ähnlich frenetischem Applaus gefeiert worden. Im Wettbewerb startete am Freitagabend der Streifen „Hidden Away“ („Volevo nascondermi“) des italienischen Regisseurs Giorgio Diritti. Bejubelt wurde auch Bettina Böhlers „Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien“.

Bärenverdächtig lang gefeiert wurde bei Dirittis Film Hauptdarsteller Elio Germano für seine packende Darstellung des psychisch angeschlagenen Malers Antonio Ligabue (1899-1965). Bettina Böhler wiederum hat mit „Schlingensief - In das Schweigen hineinschreien“ in akribischer Feinarbeit das Leben und Wirken des Künstlers und Regisseurs Christoph Schlingensief (1960-2010) aufbereitet. Das für seine umstrittenen Kunstaktionen bekannte Enfant terrible war 2009 selbst Jurymitglied der Filmfestspiele.

Am Samstag startet die Berlinale ins erste Festivalwochenende. Im Wettbewerb stellt die US-amerikanische Drehbuchautorin und Regisseurin Kelly Reichardt ihren Film „First Cow“ vor (19.00 Uhr). Die Geschichte um Pelzjäger, einen Koch und chinesische Einwanderer spielt im wilden Oregon des frühen 19. Jahrhunderts. Zudem im Wettbewerb zu sehen: der französisch-schweizerische Beitrag „Le sel des larmes“, in dem Philippe Garrel in Schwarz-Weiß-Bildern von großen Gefühlen erzählt.

Jenseits der Kinoleinwand erhält die Kinemathek Teile aus dem Nachlass von Jerry Lewis. Als erste Auszeichnung geht die Berlinale Kamera an die Künstlerin und Filmemacherin Ulrike Ottinger („Freak Orlando“).

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