Brignone gewinnt Crans-Montana-Kombi vor Gritsch

Die favorisierte Federica Brignone hat am Sonntag die Kombination in Crans-Montana gewonnen. 0,92 Sekunden hinter der Italienerin, die mit ihrem 15. Sieg im alpinen Ski-Weltcup auch die Gesamtführung übernahm, kam Franziska Gritsch auf den zweiten Platz. Dritte wurde die tschechische Super-G-Olympiasiegerin Ester Ledecka. Die Slowakin Petra Vlhova fädelte im Slalom ein.

Für die Ötztalerin Gritsch war es der zweite Podestplatz in der Saison und überhaupt in ihrer Karriere. Die 22-Jährige war Mitte Dezember in St. Moritz Dritte des Parallelslaloms gewesen. Die übrigen Österreicherinnen waren abgeschlagen. Nina Ortlieb, Dritte im Super-G, konnte im Slalom nicht mithalten. Ramona Siebenhofer verhaute den Super-G mit Startnummer eins. „Das war eine schlechte Leistung, da braucht man nicht drumherumreden“, konstatierte die Steirerin. Mirjam Puchner verzichtete nach Rang 29 auf den Slalom. Michaela Heider schied aus.

Brignone ist im Weltcup die Spezialistin für Kombi-Events. Die 29-Jährige hatte zuvor schon dreimal die Kombination in Crans-Montana für sich entschieden, in dieser Saison gewann sie den ersten Bewerb in der Disziplin in Altenmarkt-Zauchensee. Im Gesamtweltcup liegt sie nun 73 Punkte vor der fehlenden Mikaela Shiffrin, die die große Kristallkugel in den vergangenen drei Jahren gewonnen hat. Dabei profitierte sie auch entscheidend vom Ausfall der Slowakin Petra Vlhova. Die Zweite nach dem Super-G ging in ihrer Spezialdisziplin nach Brignone auf die Piste und war drauf und dran, eine neue Bestzeit aufzustellen. Sie riskierte aber vielleicht etwas zu viel, was sie mit einem Einfädler nach der zweiten Zwischenzeit bezahlte.

Somit war der Weg zum 15. Weltcup-Sieg für Brignone und ihrem fünften in diesem Winter bereitet. Für die übrigen Konkurrentinnen war die Herausforderung auf der weichen Piste schon zu groß. Am nächsten kam ihr noch Gritsch, die nach dem Super-G Fünfte gewesen war. 0,11 Sekunden blieb sie im Slalom hinter der Italienerin, insgesamt hatte sie 0,92 Rückstand auf die Siegerin.

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„Ich glaub, das ist nicht ganz eine Überraschung“, sagte Gritsch, die sich als „übriggebliebene Allrounderin“ bezeichnete. „Platz fünf im Super-G war sicher schon eine richtig gute Leistung. Es hat sicher geholfen, dass ich eine richtig gute Piste gehabt habe. Was jetzt wirklich Klick gemacht hat, weiß ich nicht. Ich war heute schon in der Früh recht locker drauf“, berichtete sie im ORF-Interview. Im Slalom hätten die Läuferinnen „eine klassische Salzpiste“ vorgefunden. „Es ist richtig warm. Dass da die Piste ein bissel abnimmt, das ist auch klar. Deswegen heißt es, was man hat, ausnutzen.“

Noch nicht entschieden ist der Weltcup in der Kombination. Brignone hat 75 Punkte Vorsprung auf Holdener und liegt 100 Punkte vor Ledecka - ein Rennen steht noch auf dem Programm. Gritsch und Siebenhofer haben als Vierte beziehungsweise Fünfte rechnerisch keine Chance mehr auf die kleine Kristallkugel. Die Entscheidung fällt in einer Woche in La Thuile.

Shiffrin, die Weltcup-Gewinnerin der vergangenen drei Jahre, war wie zuletzt nicht am Start. Die US-Amerikanerin war nach dem Unfalltod ihres Vaters in ihre Heimat Colorado gereist und hat seitdem keine Weltcup-Rennen bestritten. Ob und wann sie in dieser Saison noch nach Europa zurückkehrt, ist offen. In der nächsten Woche findet in La Thuile, unweit der Heimat von Brignone, neben der Kombination auch ein Super-G statt.


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