„Müssen Wasser-Verband ohne Radfeld konstituieren“

Im Kampf gegen den Zwangsbeitritt zum Wasserverband bekommt die Gemeinde Radfeld unerwartet Rückendeckung aus Wörgl.

329 Hektar Grund zwischen Radfeld und Kundl sind im Katastrophenfall als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen.
© Land Tirol

Von Jasmine Hrdina

Radfeld, Wörgl –Frühlingsgefühle haben wieder Saison – und machen auch vor der Kommunalpolitik nicht halt. Zumindest zeigen sich Wörgls Stadtchefin Hedi Wechner und Radfelds Gemeindeoberhaupt Josef Auer dieser Tage so harmonisch wie selten in den vergangenen Jahren. Ein gemeinsames Treffen zum Thema Wasserverband mit Radfelder Grundeigentümern, die von den Retentionsplänen des Landes am intensivsten betroffen wären, haben offenbar Wechners Mitgefühl geweckt. So schilderte sie es vergangenen Donnerstag dem Wörgler Gemeinderat bei der öffentlichen Sitzung. Für sie gibt es nur einen Weg, wie es jetzt weitergehen kann: „Wir müssen den Verband endlich konstituieren – auch ohne Radfeld!“ Denn es brauche endlich eine rechtliche Person, die überhaupt Verhandlungen mit dem rebellischen Radfeld führen kann. Wie mehrfach berichtet, wehrt sich Radfeld gegen eine Zwangseingliederung in den Wasserverband, der bereits vor einem Jahr gegründet, aber eben nicht konstituiert und damit rechtswirksam wurde.

„Die Bauern haben gesagt, notfalls ließen sie sich enteignen“, gab Wechner Einblicke in die Gesprächsrunde.

Den Vorschlag von LHStv. Josef Geisler, Wörgl könnte Kommunalsteuern aus dem erweiterten Gewerbegebiet – das ja nach einem Dammbau aus der roten Zone fallen würde – an Radfeld abgeben, bezeichnete Wechner als „Beitrag zum Unsinnigen Donnerstag“. Denn: „Die wollten kein Geld, sondern weniger Fläche abgeben.“

Noch vor einem Jahr hatte Auer der Gemeinde Wörgl mit BM Wechner an der Spitze vorgeworfen, „Fehler gemacht“ zu haben. Etwa, weil man seinerzeit mögliche Retentionsflächen in ein Gewerbegebiet verwandelt hat.

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In einer Forderung stellte sich Wechner dann auf die Seite von „Klein-Gallien Radfeld“. Auch sie plädierte dafür, noch einmal die Auswirkungen alpiner Retentionsflächen (also im Gebirge) in Betracht zu ziehen. Bekanntermaßen existiert eine zweite Studie, die – entgegen den Gutachten des Landes – darin großes Potenzial sieht. Die Unterländer Gemeinden müssten dann weniger Retentionsflächen zur Verfügung stellen. Die Sachverständigen des Landes hätten für ihre Berechnungen lediglich bereits verbaute Bäche untersucht. Würde man auch andere Gewässer heranziehen, wäre die alpine Retention sinnvoll, so der wesentliche Kritikpunkt.


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