„Höhenlagen der Skiregion Landeck bei Gästen hoch im Kurs“

Skifahrer zeigen sich irritiert vom Temperaturschub, ZAMG bestätigt Erwärmung. Dennoch schreiben die Tourismusorte ein Nächtigungsplus.

© Doppelmayr

Landeck –Stammtischgespräch Mitte Februar in einer Skihütte im Bezirk: In der älteren Generation unter den Skifahrern herrscht nur noch Kopfschütteln. „Am Vormittag geht’s gerade noch. Zu Mittag fängt der Pappschnee an. Am Nachmittag hast du nur noch Matsch und Gatsch. Schmelzwetter mit Temperaturen über 10° C am Berg.“ Derartiges habe es früher nie gegeben, bekräftigt die irritierte Seniorenrunde. „Im Jänner nicht und auch im Februar noch nicht.“

Die ZAMG bestätigte gestern auf TT-Anfrage anhand von zwei Fallbeispielen den Temperaturschub: Von 1981 bis 2006 lag das Mittel am Patscherkofel (2247 m) im Februar bei -6,6 ° C, heuer liegt es bei -3° C. Bei der Messstation in Langen am Arlberg (1221 m) lag das Mittel damals bei -1,4° C, heuer im bisherigen Februar kletterte es auf +2° C.

Zumindest die vorliegende Nächtigungsbilanz für den Jänner lässt keinen Rückschluss auf negative touristische Auswirkungen zu. „Sehr wohl werden wir uns mit dem Klimawandel auseinandersetzen müssen“, plädiert der Bezirkssprecher der Touristiker, Alexander von der Thannen. Nutznießer der nicht überall optimalen Pistenverhältnisse, vor allem am Nachmittag, dürfte derzeit der Kaunertaler Gletscher sein. „Unsere Gäste wissen es zu schätzen, dass wir eine andere Schneequalität haben“, hob Seilbahn-Geschäftsführerin Beate Rubatscher hervor. Dank der Höhenlage des Skigebietes bis 3113 m und nicht zuletzt dank der neuen Falginjochbahn habe man in allen Monaten dieser Saison ein Umsatzplus erzielt. Mit 8,9 Prozent Nächtigungsplus gegenüber Jänner 2019 erzielten die Kaunertaler Vermieter den besten Wert unter den Top-10-Skiorten im Bezirk.

Ein Blick auf die Jännerzahlen zeigt: Die Top 9 schafften alle ein Nächtigungsplus, nur See – auf Platz 10 im Bezirksranking – rutschte ins Minus. Nächtigungskaiser Ischgl erzielte mit 305.378 Übernachtungen ein Plus von 3,4 Prozent, gefolgt von St. Anton mit +0,1 Prozent sowie Serfaus mit +3,9 Prozent. Die Nächstgereihten sind Fiss (+2,8 Prozent), Kappl (+0,3 Prozent) sowie Nauders (+5,2 Prozent). Die Bezirksstadt Landeck muss ein Minus von zwei Prozent einstecken. (hwe)

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