Coronavirus bringt Leben in Europa durcheinander

Die Lage in mehreren Ländern hat sich durch das Coronavirus zugespitzt. Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa ist nach zwei bestätigten SARS-CoV-2-Fall ein Hotel praktisch unter Quarantäne gestellt worden. Rund 1.000 Touristen waren laut Medienberichten in dem Ort Adeje von der Maßnahme betroffen. Die Bilanz der Coronavirus-Epidemie in Norditalien stieg indes weiter an.

Das große Hotel auf Teneriffa werde von der Polizei bewacht, bis alle Menschen darin getestet worden seien, so die Zeitung „El Mundo“. Zwei Touristen wurden positiv auf das neue Virus getestet worden, teilte das spanische Gesundheitsministerium mit. Bei dem Mann handelt es sich den Angaben zufolge um einen 69-Jährigen aus der Lombardei. Die Region ist das im Moment am stärksten von dem Virus betroffene Gebiet in Norditalien. Auch die Ehefrau des Mannes wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Beide Patienten liegen isoliert in einem Krankenhaus auf der Kanareninsel.

Unter den in einem Hotel auf Teneriffa isolierten Urlaubern befinden sich auch zwei Österreicher. Das gab das österreichische Außenministerium bekannt. Dem älteren Ehepaar aus Wien gehe es gut, es darf zunächst das Zimmer nicht verlassen. Die österreichische Botschaft in Madrid sei mit den beiden in Kontakt, hieß es.

Am Dienstag wurden in der Lombardei drei weitere Todesfälle gemeldet, teilten die lombardischen Gesundheitsbehörden mit. Dabei handelt es sich um Personen im Alter von über 80 Jahren. Neun der insgesamt zehn Todesfälle wurden bisher in der Lombardei gemeldet. Einen Todesfall gab es in der Region Venetien. Die Zahl der Infektionen stieg auf 322 Fälle - 240 davon in der Lombardei. Erstmals gab es Infektionsfälle auch in Ligurien, in der Toskana und auf Sizilien.

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Italien ist aktuell mit Abstand das Land mit den meisten erfassten Fällen in Europa. In der besonders schwer betroffenen Lombardei wurden zehn Gemeinden in der Provinz Lodi zu Sperrzonen erklärt. Dort kontrollieren Sicherheitskräfte, wer rein und raus darf.

In Kroatien wurde eine Ansteckung bei einem Mann nachgewiesen, der zuvor einige Tage in Italien gewesen war. Er halte sich mit leichten Symptomen in einem Krankenhaus in Zagreb auf, teilte Ministerpräsident Andrej Plenkovic am Dienstag mit.

Unterdessen bleibt die Lage in China angespannt. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Dienstag mitteilte, kamen weitere 71 Menschen ums Leben. Die Gesamtzahl der Opfer in China stieg damit auf 2.663. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte um 508 auf 77.658. Seit einer neuerlichen Änderung der Zählweise vor knapp einer Woche hat sich der tägliche Anstieg der neuen Infektionen in China deutlich reduziert. Experten gehen allerdings weiter von einer hohen Dunkelziffer aus.

Südkorea kündigte unterdessen Massenuntersuchungen auf das Virus an. Mehr als 200.000 Mitglieder einer Kirche, die im Zentrum des Ausbruchs in dem Land steht, sollten untersucht werden, kündigte das Land an. Südkorea hat mit knapp 1.000 Kranken die höchsten Fallzahlen außerhalb Chinas. Auch in der Schweiz wurde eine Infektion bestätigt sowie am spanischen Festland.

Indes starb ein weiterer Passagier von Bord des betroffenen Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ in Japan. Das berichteten japanische Medien am Dienstag. Die betroffene Person in ihren 80ern war in ein Krankenhaus gebracht worden, wo sie starb. Es ist der vierte Todesfall unter den Passagieren des Schiffes.

Mit der steigenden Zahl der Sars-CoV-2-Infektionen im Iran droht sich das neuartige Coronavirus auch zunehmend in der Golf-Region auszubreiten. Irans regionale Nachbarländer Irak, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) meldeten mehrere neue Fälle von Patienten, die zuvor in den Iran gereist waren.


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