Hungrige Biber fällten Bäume in Kirchdorf

Im Kirchdorfer Ortsteil Erpfendorf war ein Biber am Werk.
© ZOOM.TIROL

Von Michael Mader

Kirchdorf i. T. – Schon von der Straße aus sind im Kirchdorfer Ortsteil Erpfendorf „gefällte“ und angenagte Bäume zu sehen. Typische Bissspuren sprechen eine eindeutige Sprache – hier war eine Biberfamilie am Werk.

„Gefahr besteht keine. Die Bäume bleiben aber stehen, weil sich der Biber im Winter von den Bäumen ernährt. Er fällt sie, um an die Knospen zu kommen“, sagt der Biberbeauftragte Philipp Larch nach Rücksprache mit der Gemeinde. Würden die Bäume entfernt werden, nagt der Biber neue an.

Larch geht davon aus, dass es sich im Nahbereich nur um eine Biberfamilie handelt: „Biber sind territorial, das heißt, sie verteidigen ihr Revier gegen Artgenossen.“ Zu Problemen durch die Biber dürfte es laut Larch nicht kommen, die gebe es eher bei Zuflüssen zur Großache – dort gibt es auch mehrere Biber.

Probleme hat es in Kirchdorf durch die Biber allerdings vor gut zwei Jahren gegeben, wie die Tiroler Tagezeitung berichtete. Damals gab es nicht nur angeknabberte Bäume, sondern vor allem auch feuchte Keller.

Ein Biberstaudamm im Kirchdorfer Bach hinter der Volksschule war dafür verantwortlich, dass der Wasserspiegel im Bereich der Schule um 30 bis 40 Zentimeter erhöht war. Spielgeräte für Schüler standen teils unter Wasser.

Die Biber haben aber auch mehrere Straßen untergraben, wodurch Teile des Asphalts einfach weggebrochen sind. Kirchdorf ist bei den Bibern ganz offensichtlich sehr beliebt. Larch schätzte im Jahr 2018 die Anzahl der Reviere im Ort auf neun, so viele wie in keiner anderen Gemeinde im Bezirk Kitzbühel.


Kommentieren


Schlagworte