Nicht nur neue Hundehalter nützen Pflichtschulung in Innsbruck

Hunde müssen lernen, so zu agieren, dass sie weder Tier noch Mensch beunruhigen.
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Innsbruck – Regen Zulaufs erfreut sich ein Kurs für Ersthundehalter, der heuer erstmals am Wif­i Tirol angeboten wird. „Auch Personen, die schon seit Jahren einen Hund haben, nehmen daran teil, weil sie auf dem neuesten Stand sein möchten. Im Umgang mit Hunden hat sich in den vergangenen fünf Jahren extrem viel geändert“, erklärt die Berufsgruppensprecherin der Tiroler Tierbetreuer, Bernadette Bodner-Pernlochner. Mit 1. Jänner 2020 wurde eine neue Verordnung im Landespolizeigesetz erlassen, wonach alle, die ab 1. April erstmalig einen Hund bei der Gemeinde anmelden wollen, einen Sachkundenachweis erbringen müssen.

Die Schulung besteht aus drei Unterrichtseinheiten. Sie soll Hundeliebhabern vor der Anschaffung eines Tieres wichtige Informationen liefern, um sie bei der Entscheidung zu unterstützen, welcher Hund zu ihren Lebensgewohnheiten, ihrem Umfeld und ihrer Familie passt. „Einen Hund zu halten, bringt sehr viel Verantwortung mit sich. Es ist wichtig, dass sich die Menschen dessen bewusst sind“, sagt die Tierbetreuerin.

In dem Kurs geht es auch darum, einzementiertes Scheinwissen zu beseitigen. „Die Kurse werden von tierschutzqualifizierten Hundetrainern durchgeführt, deren Ratschläge auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren“, so Bodner-Pernlochner.

Oft würden sich Weisheiten des Volksmundes im Umgang mit Tieren halten, wonach etwa „Hunde, die bellen, nicht beißen“, erklärt sie.

Das Verhalten des Tieres richtig zu lesen, soll bei dem Kurs vermittelt werden. „Es macht einen großen Unterschied, wie der Hund wedelt, das kann von Freude bis hin zu Ärger reichen.“ Überholt sei jedenfalls die Meinung, dass der Mensch der Rudelführer sein müsse. „Es gibt Methoden, da wird der Hund praktisch unterworfen und ihm sogar ins Ohr gebissen. Fakt ist: Nur ein Hund kann Chef eines Hunderudels sein“, erläutert die Expertin.

Einmal mehr bedauert sie, dass es österreichweit immer noch keine einheitlichen Regelungen in Bezug auf Tierschutz und Schulung von Hundebesitzern gibt. Für sie kann der Kurs für Einsteiger auch nur der Beginn einer umfassenderen Ausbildung der Halter sein. „Es ist sinnlos, sich bei Maßnahmen auf die Rasse zu konzentrieren, das zeigen auch neueste Studien. Wünschenswert wäre es, wenn sich alle Hundebesitzer wissenstechnisch auf den neuesten Stand bringen würden.“

Alle Informationen zum Kurs gibt es unter www.tirol.wifi.at (pla)


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