Anspruchsvoll aber kurzweilig: Tour auf eine der Hohen Warten

Knackig und kurzweilig ist die Tour von Schmirn auf die 2687 Meter hohe Hohe Warte. Bei ungünstigen Bedingungen soll man aber definitiv die Finger davon lassen.

Hat man den Wald hinter sich gelassen, kann man schon den Gipfel der Hohen Warte erkennen.
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Schmirn – Den Bergnamen Hohe Warte gibt es in Tirol gleich mehrfach zu finden: einmal etwa oberhalb von Innsbruck, westlich der Brandjochspitze (Karwendel), mit einer Höhe von 2597 Metern. Eine weitere Hohe Warte gibt es im Navistal (2398 Meter/Tuxer Alpen). Und ebenfalls in den Tuxer Alpen im Schmirntal bzw. am Kamm zwischen dem Schmirn- und Valsertal trägt ein Berg denselben Namen. Und diese – mit 2687 Metern die höchste aller Warten – ist diesmal unser Tourenziel.

Vorweggenommen: Wer auf die Hohe Warte im Schmirntal will, muss sich im Klaren sein, dass die Tour sichere Verhältnisse voraussetzt. Sie ist anspruchsvoll, steil und teilweise im Gipfelanstieg ausgesetzt.

Auf der Scharte angekommen, ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel.
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So kommt man hin: Wir starten die Tour in Schmirn, genauer gesagt in Toldern. Am kostenlosen Parkplatz am Eingang zum Wildlahnertal folgen wir zunächst ein Stück dem Forstweg hinein ins Wildlahnertal. Übrigens: Bei Einheimischen ist die Hohe Warte eher als „Hoger“ bzw. „Hoggarspitze“ bekannt.

Zurück zur Tour: Noch geht’s gemütlich auf der Forststraße entlang, bis zur ersten Rechts- und der nächsten Linkskurve. Dort zweigen wir bei den Hinweisschildern nach rechts in südwest­liche Richtung ab. Durch lichten Wald und nun schon deutlich steiler folgen wir den Spuren über Mulden hinauf bis oberhalb der Waldgrenze. Hier öffnet sich zum ersten Mal der Blick auf den „Hoger“. Ein schier unbezwingbarer Felsspitz, der einem Zahn ähnelt.

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Dafür wird der Anstieg ausgesetzter.
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Eher links haltend führt uns der weitere Aufstieg nun über einen Rücken auf ein kleines Plateau. Unterhalb der imposanten Zacken der Hohen Warte vorbei ist unser nächstes Ziel eine Scharte. In einigen Spitzkehren und in über 30 Grad steilem Gelände erreichen wir die Einkerbung.

Ein herrlicher Blick, wenn man nach hinten schaut. Olperer (3476 m), Fußstein (3380 m), Schrammacher (3411 m) sind zum Greifen nahe. Das Panorama lässt schon hier definitiv keinerlei Wünsche offen.

Geschafft: am Gipfel der Hohen Warte angekommen.
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Von der Nordseite wechseln wir nun auf die Südseite. Der weitere Tourenverlauf und das Gipfelkreuz sind von hier gut einsehbar. Etwa 200 Höhenmeter fehlen noch bis zum Gipfelsieg. Entlang des Grates und in Richtung Westen drehend geht’s weiter.

Doch Vorsicht: Auf der rechten Seite ist häufig mit Wechten zu rechnen, nach links fällt der Aufstieg weit und tief ins Valsertal hinab. Harsch­eisen sind oft kein Fehler. Und bei ganz schlechten Verhältnissen empfiehlt es sich sogar, die Skier abzuschnallen und eventuell Steigeisen anzuziehen. Je nachdem, wie sicher man sich auf seinen Ski fühlt, ist der Anstieg aber manchmal sogar bis kurz unterhalb des Kreuzes möglich. Die steile Südrinne bis zum höchsten Punkt hinauf ist hingegen eigentlich immer stapfend zu bewältigen.

Geschafft, der Gipfel der Hohen Warte im Schmirn ist erreicht. Beim Gipfelkreuz präsentiert sich uns ein Ausblick wie aus dem Bilderbuch in alle Himmelsrichtungen. Und windstill ist es auch. Bei Föhnverhältnissen hingegen ist die Tour auf den „Hoger“ nicht wirklich zu empfehlen. Heute jedoch ist es perfekt. Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen verschönern den Gipfelsieg. Es geht wieder zurück.

Entlang der Aufstiegsroute führen Abstieg bzw. Abfahrt über herrliches Skigelände zurück ins Wildlahnertal. Alternative Abfahrten gibt es auch zu finden, indem man etwas weiter Richtung Wildlahnertal hineinquert. Nordseitig bei teilweise noch recht gutem Pulverschnee genießen wir auf herrlichem Terrain ein paar richtig lässige Schwünge.

Zurück im Tal darf der Einkehrschwung nach so einer herrlichen, aber doch anspruchsvollen Tour freilich nicht fehlen. Hier bietet sich das Gasthaus Olpererblick in Schmirn perfekt an. Auf der Sonnenterrasse und mit Blick auf den Olperer lassen wir bei einem Bier den Tag noch einmal Revue passieren.

Fazit: Mit rund 1150 Höhenmetern ist die Tour auf die Hohe Warte in Schmirn nicht der große Konditionsfresser. Als schwierig muss sie ob der Steilheit und Beschaffenheit aber definitiv angesehen werden. Und bei heiklen Lawinenbedingungen ist der Aufstieg auf den „Hoger“ nicht anzuraten.

Und wen es noch interessiert: Die höchste Hohe Warte in Tirol befindet sich zwischen Sundergrund bzw. Hundskehlgrund in den Zillertaler Alpen und ist stolze 3097 Meter hoch. (flex)


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