Ampeln für den „Notfall": Verkehrsdosierung im Außerfern wird feinjustiert

Zwischen Vils/Pfronten und Pinswang/Füssen sind Ampeln aufgestellt, die im „Notfall“ aktiviert werden.

Symbolbild.
© Julian Stratenschulte

Von Helmut Mittermayr

Reutte – Was vor fast drei Jahren von vielen als wenig erfolgversprechende Idee der Fernpassstrategie gesehen wurde, hat inzwischen eine breite Zustimmung in der Bevölkerung gefunden – die Dosierampel an der B179. Der von Deutschland kommende Verkehr wird bei Reutte Süd Richtung Fernpass „eingetröpfelt“. Damit bleibt die Strecke im Zwischentoren in Richtung Süden befahrbar. Weitere Maßnahmen kamen hinzu – auf lokalen Ausweichrouten entlang der B179 besteht bei hohem Verkehrsaufkommen für Transitreisende ein Fahrverbot. Die Schlupflöcher werden von Securitys überwacht. Bis auf wenige Gastrobetriebe an der Strecke, die über Geschäftseinbußen klagen, ging ein Aufatmen durch die Bevölkerung. „Die Straßen gehören wieder uns“ – so der Tenor.

Das Baubezirksamt und die Verkehrsabteilung der BH Reutte sind hier dauernd am Nachjustieren, um Verschlechtbesserungen in den Griff zu bekommen. Ein Beispiel: Beim Verkehrsknoten Vils, wo B179, vier weitere Straßen und die Bahnlinie aufeinandertreffen, lösen die beiden „Pförtner“ nach Pinswang und Musau regelmäßig Stau aus. Um dort den Kollaps zu verhindern, wurden sowohl auf der Weißhaus­straße aus Richtung Füssen (Höhe MPreis) als auch in Vils bei der Metalltechnik aus Richtung Pfronten weitere Dosierampeln aufgestellt.

Der Leiter der Baubezirks­amtes Reutte, Wolfgang Haas, erläutert die Hintergründe: Beim Knoten Vils komme es je nach Einsicht der angehaltenen Lenker, die auf die B179 zurückgeschickt werden, zu unterschiedlich langen Abwicklungen. „Manche drehen sofort um, anderen diskutieren sehr lange, was immer Stau zur Folge hat.“ Um ein Verstopfen von Vils zu verhindern, wurde deshalb eine Dosierampel am westlichen Stadtrand installiert, die „den Verkehr aus Pfronten nur noch eintröpfeln lässt“. Haas räumt ein, dass die Wirkung bisher überschaubar blieb, man aber an der Feinjustierung der Rot-Grün-Phasen arbeite. Da die ­Inbetriebnahme der Ampel ja immer durch einen Rückstau auf der anderen Stadtseite ausgelöst werde und kei- ne technische Verbindung be- stehe, sei dies eben ­schwierig.

Elisabeth Singer, Leiterin der Verkehrsabteilung der BH Reutte, bestätigt das dauernde Verfeinern der Abläufe: „Nach dem letzten Ereignis, dem überraschenden Samstagfrühstau in Reutte, starten die Straßenaufsichtsorgane an den kommenden verkehrsreichen Samstagen zu Ostern schon um 7.30 Uhr.“


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