Bunte Ballons als Symbol der Hoffnung in Oberperfuss

Aus Verbundenheit mit Flüchtlingskindern, die von Abschiebung bedroht sind, ließen die Oberperfer Volksschüler Ballons steigen.
© Ostermann

Oberperfuss – Es war ein weithin sichtbares Zeichen der Solidarität: Rund 115 Kinder der Volksschule Oberperfuss ließen gestern Luftballons in den Himmel steigen – als allgemeines Symbol des Friedens, aber auch versehen mit persönlichen Botschaften an ehemalige Schulkollegen, die sie sehr vermissen.

Drei Kinder einer tschetschenischen Flüchtlings­familie haben die Schule besucht – zwei von ihnen eineinhalb Jahre, das jüngste Mädchen nur drei Tage lang. Wegen drohender Abschiebung hat die Familie im Herbst – nach zwei negativen Bescheiden – Österreich verlassen. Sie landete in einem großen Auffanglager in Deutschland und befindet sich jetzt wieder in Österreich, allerdings im Erstaufnahmezentrum Thalham (OÖ). Der Kontakt nach Oberperfuss ist jedoch nie abgerissen.

Gemeinde und Ehrenamtliche haben die Familie, der allseits gute Integration bescheinigt wird, nach Kräften unterstützt, sie hoffen noch immer auf einen positiven Bescheid und wollen die Familie wieder „heim“ nach Oberperfuss bringen. Ein Antrag hat vorläufig aufschiebende Wirkung erreicht – wie es weitergeht, ist aber völlig offen.

Seit über sieben Jahren lebt die Familie in Österreich. „Die älteren Kinder sprechen sehr gut Deutsch, sie haben keinerlei Bezug zu Tschetschenien“, sagt Volksschuldirektor Markus Ostermann. Das jüngste Mädchen ist sogar in Österreich geboren. „Die Schulkameraden sind sehr betroffen, sie fragen immer wieder nach ihnen“, berichtet Ostermann.

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Die Luftballonaktion – die von vielen Erwachsenen und BM Johanna Obojes-Rubatscher unterstützt wurde – sei ein „Signal an die Familie, dass wir hinter ihr stehen“, sagt Elisabeth Schatz, die sich mit einem Freiwilligenteam seit fünf Jahren für Flüchtlinge in Oberperfuss einsetzt. Es gebe im Dorf noch andere Familien in einer ähnlichen Situation. „Wir wünschen uns für alle Menschen, die in Oberperfuss aus Asyl warten, dass sie bleiben dürfen“.

Am heutigen Freitag um 20 Uhr findet im Peter-Anich-Haus ein Benefizabend statt – u. a. mit Livemusik, internationalem Buffet und Berichten über Tschetschenien. (md)


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