Vertical Up: Verrückte Idee wurde zu einem Fixpunkt in Kitzbühel

Das Vertical Up feiert heuer seine zehnte Auflage. Wie es mit der erfolgreichen Veranstaltung danach weitergeht, ist noch offen.

Im Vorjahr waren es über 1000 Starter.
© Werlberger

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Für die meisten ist es schon verrückt, die Streif in Kitzbühel mit den Ski von oben nach unten zu bewältigen. Einer kleinen Truppe aus Kitzbühel und Umgebung war das aber noch zu wenig verrückt und so haben sie noch einmal eines draufgelegt. Im Jahr 2010 entstand die Idee, die berühmte Weltcup-Abfahrtsstrecke von unten nach oben zu bewältigen.

Das Ganze im Winter bei freier Wahl der Mittel, Bedingung war lediglich, die Strecke aus eigener Kraft zu bewältigen. Das war die Geburtsstunde des Vertical Up, das heute zum zehnten Mal stattfindet. „Wir hätten nie gedacht, dass das so ein großer Erfolg wird“, sagt OK-Chef Sebastian Obermoser, der von Anfang an mit dabei ist. Bei der ersten Auflage im Jahr 2011 waren bereits 191 Läufer aus vier Nationen am Start. 2014 waren die 200 Plätze der Speed-Klasse innerhalb von 60 Minuten ausgebucht und mussten auf 250 aufgestockt werden. Insgesamt waren fast 700 Starter beim vierten Streif Vertical Up dabei. Bei der neunten Auflage 2019 schließlich nahmen 1000 Teilnehmer aus 15 Nationen teil.

„Verrückte Sachen kommen halt bei den Leuten an“, ist Obermoser überzeugt. Ein großes Zugpferd sei aber auch die Streif selbst. „Die hilft uns schon enorm“, ist der OK-Chef überzeugt. Die – und somit 3,3 Kilometer und 860 Höhenmeter – in der Nacht vertikal so schnell wie möglich zu bezwingen, sei ein enormer Reiz. Ebenfalls sehr positiv auf die Veranstaltung ausgewirkt habe sich der Trend zum Skitourengehen und Skibergsteigen. Auch habe man von Anfang an sehr auf Professionalität bei der Veranstaltung geachtet, betont Obermoser.

91 Teilnehmer machten sich 2011 auf, die Streif zu bezwingen.
© Werlberger

Die Organisatoren legten auch Wert darauf, die Breite anzusprechen. „Es war uns von Anfang an wichtig, dass nicht nur die Speed-Geher mit dabei sind“, schildert Obermoser. Es gibt deshalb zwei Wertungsklassen, die Speed-Klasse, welche über die Originalstreif muss, und dann noch die Rucksack-Klasse, die auch auf die Familienstreif ausweichen darf und bei der Traverse sogar muss. „Durch die beschränkte Teilnehmerzahl bei der Speed-Klasse ist der Anteil derer, die nur aus Spaß mitmachen, deutlich größer“, betont der OK-Chef. Dadurch gelinge es, auch eine breitere Masse anzusprechen.

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Heuer sind die Veranstalter aber wieder besonders gefordert. Sturm und Schnee machten die Aufbauarbeiten gestern nicht leicht. „Wir sind etwas hintennach, aber wir schaffen es sicher“, ist Obermoser optimistisch für heute.

Trotz des Erfolges ist die Zukunft des Vertical Up aber noch offen. „Das Verhältnis hat sich in die falsche Richtung geändert. Zu Beginn waren wir zehn Leute im OK-Team und 191 Starter, nun haben wir 1000 Teilnehmer, aber nur noch vier Personen im OK-Team“, erklärt Obermoser. Das müsse sich ändern, wenn die Veranstaltung weiter bestehen bleiben soll. Aber auch hier ist Obermoser optimistisch. Das Vertical Up müsse sich weiterentwickeln, dazu gebe es auch schon Ideen. Aber noch nichts Fixes, wie Obermoser betont. Es könnte sein, dass die Veranstaltung auf ein Wochenende ausgedehnt wird und eventuell das Skibergsteigen mit dazugenommen wird. „Da wird es noch viele Gespräche geben, aber jetzt liegt der Fokus auf dem heurigen Rennen“, sagt Obermoser.


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