Zahl der Coronavirus-Fälle in Österreich steigt

In Österreich steigt die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen wie erwartet weiter an. Derzeit gibt es insgesamt zehn Covid-19-Erkrankte in Wien, Tirol, Niederösterreich, Steiermark und in Salzburg. Österreichweit wurden 1.649 Tests durchgeführt. „Wir haben damit gerechnet dass es so kommen wird und wir zunehmend weitere Fälle erhalten“, sagte Ex-Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl.

Laut Zarfl befinden sich 38 Personen in Heimabsonderung. Zu den operativen Abläufen sagte sie, dass „grundsätzlich alle Maßnahmen unter der Hochheit der Landesgesundheitsbehörden durchgeführt werden“ und „wenn es als erforderlich erachtet wird, die Exekutive angefordert wird“. „Die Strukturen arbeiten sehr gut“, betonte die Sektionsleiterin im Sozialministerium. Auch die Landessanitätsbehörden würden „sehr gut und sehr rasch arbeiten mit dem Identifizieren allfälliger Kontaktpersonen“.

Erste Details wurden inzwischen über den Fall einer 52-jährige Oststeirerin bekanntgegeben. Sie war aus einem Risikogebiet in Oberitalien von einer Messe zurückgekehrt. Die Patientin befindet sich mit einem leichten Krankheitsverlauf im Krankenhaus. Die Frau war selbst mit einem Verdacht ins Spital gekommen. Alle Kontaktpersonen wurden verständigt und aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Das bisher jüngste betroffene Bundesland ist Salzburg. Dort wurde am Samstag der erste Fall bestätigt. Erkrankt ist eine 36-jährige Wienerin, die sich am vergangenen Wochenende in Turin aufgehalten hat und am Mittwoch von Wien zu ihrem Lebensgefährten nach Fusch an der Glocknerstraße gefahren ist. Sie weist Symptome eines grippalen Infekts auf und befindet sich derzeit gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und zwei weiteren Familienmitgliedern in häuslicher Quarantäne.

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Bei den zwei Betroffenen in Niederösterreich handelt es sich um ein Ehepaar aus dem Bezirk Korneuburg. Die Betroffenen hatten Kontakt zu dem infizierten Wiener Paar, das im Kaiser-Franz-Josef-Spital in der Bundeshauptstadt behandelt wird. Die Frau aus Niederösterreich wurde nun ebenfalls ins KFJ eingeliefert, ihr Mann wurde unter häusliche Quarantäne gestellt. Er zeige eine „milde Symptomatik“, betonte Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Die drei Kinder des Ehepaares sind gesund.

Im Fall eines 72-Jährigen in Wien schwer erkrankten Corona-Patienten wird nach der Ansteckungsquelle weiter gesucht. Der Anwalt war vor der positiven Testung bereits zehn Tage im Spital wegen Grippe behandelt worden. Nach Auskunft eines Sprechers des Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ) war der Mann am Samstag weiterhin nicht ansprechbar.

Ungeachtet erster bestätigter Infektionen bleiben die Österreicher gelassen. Nur 15 Prozent sind wegen der aktuellen Situation „sehr besorgt“, weitere 34 Prozent „eher besorgt“. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Unique Research“ ergeben, die im Auftrag des Nachrichtenmagazins „profil“ durchgeführt wurde (500 Befragte). Die Hälfte der Österreicher ist demnach mehr oder weniger unbeeindruckt. 37 Prozent sind „weniger besorgt“, 13 Prozent „gar nicht besorgt“.

Mit Symptomen, die potenziell auf eine Infektion hindeuten, soll man für medizinische Auskünfte die Telefonnummer 1450 wählen, mit Fragen und Sorgen allgemein die Hotline unter 0800-555-621.

Die Todesrate chinesischer Covid-19-Patienten lag in den ersten zwei Monaten nach Ausbruch der Erkrankung übrigens bei 1,4 Prozent. Zuletzt war man noch von mehr als zwei Prozent ausgegangen. Das hat eine Analyse der Daten von 1.099 Erkrankten durch die chinesische Covid-19-Therapie-Studiengruppe ergeben. Die Auswertung wurde im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.


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