Coronavirus: Krisenalarm in Südkorea - Fälle im Friaul

Im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie hat Südkorea die höchste Krisenalarm-Stufe ausgerufen. Präsident Moon Jae-in erklärte am Sonntag, die Regierung werde alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um die Epidemie einzudämmen. Weltweit steigen indessen die Todeszahlen durch Covid-19-Infektionen. In der Kärntner Nachbarregion Friaul Julisch Venetien wurden zudem die ersten Infektionsfälle gemeldet.

Auch am Sonntag vermeldeten die südkoreanischen Behörden wieder Hunderte neue Infektionen. Es seien 376 Neuinfektionen registriert worden, teilte die staatliche Gesundheitsbehörde mit. Damit haben sich insgesamt schon mehr als 3.500 Menschen mit dem neuartigen Virus in Südkorea angesteckt. Das sind weltweit mit Abstand die meisten Fälle außerhalb des Ursprungslandes China. Mit dem Virus werden in Südkorea bisher 17 Todesfälle in Verbindung gebracht. Die Mehrzahl der neuen Fälle konzentriert sich weiter auf die südöstliche Millionen-Stadt Daegu und die umliegende Region.

Die chinesische Regierung vermeldete am Sonntag 573 neue Infektionsfälle, damit stieg die Gesamtzahl der Infizierten auf fast 80.000. Allerdings ist die Zahl der Neuinfektionen seit einigen Tagen relativ gering, sie liegt deutlich unter den Zahlen von Jänner bis Mitte Februar. Die Zahl der Todesopfer sei um 35 auf 2.870 gestiegen, teilte die nationale Gesundheitskommission weiter mit. Auch das sind weniger neue Todesfälle als noch am Samstag.

In Australien ist unterdessen erstmals ein mit dem neuartigen Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Der 78-Jährige aus Perth starb Sonntagfrüh, wie die Gesundheitsbehörden im Teilstaat Westaustralien mitteilten. Der Mann war zuvor zusammen mit seiner Frau auf dem vor der Küste Japans unter Quarantäne stehendem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ gewesen.

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Auch in den USA gibt es einen ersten Toten durch das neuartige Coronavirus. Die USA raten nun davon ab, in die besonders betroffenen Regionen in Italien und Südkorea zu reisen.

Erstmals sind Coronavirus-Infektionsfälle aus der Kärntner Nachbarregion Friaul Julisch Venetien gemeldet worden. Fünf Personen wurden nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörden positiv getestet. Drei Fälle gab es in Udine, einen in Triest und einen in Görz. Friaul zählte bisher zu den norditalienischen Regionen, die keinen Infektionsfall gemeldet hatten. Die Region hatte jedoch trotzdem den Notstand bis zum 31. Juli ausgerufen, um Vorsichtsmaßnahmen ergreifen zu können. In Italien gab es bisher bei 1.128 Infektionen 29 Todesfälle.

Das lombardische Gesundheitssystem gerät wegen der stetig steigenden Zahl von Coronavirus-Infektionsfällen unter Druck. „Wir sind mit einer zunehmenden Welle von Patienten in ernst zu nehmendem Zustand konfrontiert“, sagte Massimo Galli, Leiter der auf Infektionskrankheiten spezialisierten Abteilung des Mailänder Krankenhauses „Sacco“. Die Situation belaste das lombardische Gesundheitssystem schwer.

Um einige besonders belastete Spitäler nahe den Gemeinden, in denen der Infektionsherd gemeldet wurde, zu unterstützen, sollen Ärzte und Krankenpfleger aus dem privaten Gesundheitssystem, sowie pensionierte Mediziner eingesetzt werden, berichtete Giulio Gallera, Gesundheitsbeauftragter der Region Lombardei. Besonders gefragt seien Pneumologen sowie Krankenpfleger für die Intensivstationen. Viele Ärzte seien inzwischen angesteckt worden und müssten in Quarantäne gehen.

In Kroatien gibt es mittlerweile sieben bestätigte Fälle, davon vier in Zagreb und drei in Rijeka. Die griechischen Gesundheitsbehörden bestätigte am Sonntag drei weitere Infektionen. Damit hält man in Griechenland aktuell bei sieben Erkrankten. Keiner der Betroffenen sei in Lebensgefahr, berichtete der Staatsrundfunk unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Athen. Einen ersten Fall gibt es auch im Großherzogtum Luxemburg.

Bis Sonntagvormittag sind in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 117 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. Noch am Freitag waren es erst 53 Infizierte. Allein in Nordrhein-Westfalen sind mittlerweile 66 Fälle bestätigt, in Bayern 19 und in Baden-Württemberg 15. Die tatsächliche Zahl der Fälle dürfte etwas darüber liegen, weil neue Nachweise hinzukommen.

Weltweit gibt es laut RKI aktuell 85.207 Fälle, der Großteil davon in China. In der EU, dem EWR, dem Vereinigten Königreich, Monaco, San Marino und der Schweiz wurden bisher 1.398 bestätigte Fälle gemeldet. Italien liegt weltweit mit derzeit 1.128 Erkrankten an dritter Stelle.


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