Pflege: AK mit Forderungskatalog im Ausbildungsbereich

Die Arbeiterkammer hat am Montag einen Forderungskatalog zum Thema Pflege-Ausbildung vorgelegt. Gestützt auf eine Umfrage forderte AK-Präsidentin Renate Anderl u.a. einen verstärkten Ausbau des Schulversuchs der Pflege-Ausbildung an berufsbildenden höheren Schulen (BHS) und eine finanzielle Absicherung für die Pflegeausbildung. Denn es gehe darum, „Steine aus dem Weg zu räumen“, so Anderl.

Der von der Bundesregierung beschlossene BHS-Schulversuch für rund 150 Schüler pro Jahr sei „sehr zu begrüßen“. Es sei ein „erster Schritt in die richtige Richtung“, aber zu wenig, betonten Anderl wie auch der AK-Experte für Gesundheitsberuferecht und Pflegepolitik, Kurt Schalek, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Anderl verwies auf die Ergebnisse einer AK-Umfrage zum Thema Pflege-Ausbildung unter mehr als 6.000 Befragten (Titel: „Wege in die Pflege“). Demnach würden gerade junge Menschen das Ausbildungsangebot über die BHS sehr interessant finden; insgesamt beurteilten deutlich mehr als 50 Prozent das Modell als „sehr“ bzw. „eher hilfreich“. Die immer wieder diskutierte Pflegelehre sei hingegen auf die geringste Zustimmung unter den abgefragten Modellen gestoßen.

Besonders wichtig war den Befragten das Mindestalter, ab dem die praktische Pflege am Patienten beginnen kann. 78 Prozent halten demnach zumindest das derzeitige gesetzliche Mindestalter von 17 Jahren für erforderlich. Fast die Hälfte tritt sogar für ein höheres Mindestalter von 18 Jahren oder mehr ein.

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Als einen „klaren Auftrag an die Hochschulen“ beurteilt die AK das Umfrage-Ergebnis, wonach 76 Prozent der Befragten berufsbegleitende Fachhochschul-Studiengänge für hilfreich halten. Anderl forderte, dass der Zugang zur Bachelor-Ausbildung an der FH „deutlich durchlässiger“ wird als bisher. Es brauche dazu Angebote für eine berufsbegleitende Ausbildung zum Bachelor „Gesundheits- und Krankenpflege“ an der FH und parallel eine verkürzte Fachhochschul-Ausbildung für Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz.

Auch das Thema der finanziellen Absicherung während der Ausbildung wurde abgefragt. Als besonders wichtig wird der Ausbau von Fachkräftestipendien gesehen: Mehr als 90 Prozent halten dies für „sehr“ oder „eher“ hilfreich. Anderl will daher einen „massiven und unbefristeten“ Ausbau des Fachkräftestipendiums, außerdem sollten mehr Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung gestellt werden.

Selbsterhaltestipendien will die AK nicht mehr mit dem 35. Lebensjahr begrenzen wissen, damit auch Wiedereinsteigern der Bildungsweg Richtung FH und Universitäten offensteht. Auch sollen Studiengebühren für die Fachhochschule Gesundheitsberufe abgeschafft werden. „Wir müssen dafür sorgen, dass mehr Menschen als bisher diesen Berufsweg einschlagen wollen“, so Anderl, notwendig dafür sei die finanzielle Absicherung der Betroffenen.


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