Rotes Kreuz Osttirol feiert 20 Jahre Notfall- und Trauerhilfe

Vor 20 Jahren hat das Rote Kreuz Osttirol begonnen, das System der „First Responder“ aufzubauen. Das machte die Organisation kürzlich zum Thema einer kleinen Feier mit Rückblick.

Rettungsdienstleiter Herbert Girstmair, Arzt Josef Burger und First Responder Stefan Mariacher (v. l.) berichten über ihre Erfahrungen.
© ÖRK Osttirol/Erlacher

Lienz – Möglichst schnelle Hilfe vor Ort bei einem Notfall: Das leisten die so genannten „First Responder“. Dabei handelt es sich um ausgebildete Rotkreuz-Mitarbeiter, die auch in entlegenen Tälern schnell eingreifen können, z. B. weil sie ihren Arbeitsplatz zu Hause haben. Noch bevor Notarzt und Ambulanz eintreffen, können sie schon Erste Hilfe leisten.

Vor 20 Jahren hat das Rote Kreuz Osttirol begonnen, dieses System aufzubauen. Das machte die Organisation kürzlich zum Thema einer kleinen Feier mit Rückblick. Anfangs waren es 35 First Responder, heute sind es 50 Frauen und Männer, die sich über den ganzen Bezirk verteilen. Rotkreuz-Arzt Franz Krösslhuber, der das Netz an Helfern damals mitorganisiert hat, erklärt: „Diese Nachbarschaftshilfe vor Ort bringt einen immensen Zeitvorsprung gegenüber dem regulären Rettungssystem. Im Fall eines Herz-Kreislauf-Stillstandes steigt die Überlebenschance durch die rasche Hilfe auf das Doppelte.“

First Responder Stefan Mariacher berichtet von der Zeit der starken Schneefälle im November 2019, als eine Lawine die Gemeinde Prägraten von der Außenwelt abgeschnitten hatte. Damals übernahm Mariacher die sanitätsmäßige Versorgung.

Ebenso lang wie das System der First Responder gibt es in Osttirol das Kriseninterventionsteam, kurz „KIT“ genannt. Die 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen Angehörigen und Hinterbliebenen, wenn ein Verwandter einen Unfall gehabt hat oder Opfer von Gewalt wurde. In solchen Fällen ist viel Einfühlungsvermögen gefragt, denn oft stehen die Betroffenen unter Schock und brauchen seelische Betreuung.

„Das Team steht aber auch den Helfern zur Verfügung, wenn jemand einen sehr belastenden Einsatz hatte und sich aussprechen möchte“, führt Rotkreuz-Geschäftsführer Andreas Stotter aus. Das gelte nicht nur für die eigenen Mitarbeiter, sondern auch für die Bergrettung und andere Organisationen. Voraussetzung ist, dass der Betroffene die Betreuung möchte. (TT)


Kommentieren


Schlagworte