Leitartikel zur Corona-Krise: Bitte keine falschen Infos verbreiten

Auf Facebook, WhatsApp und Co. werden massiv Fake News verbreitet. So wird mit einer gut gefälschten Stimme von Kanzler Kurz von Ausgangssperren gesprochen. Das beste Mittel gegen solche Falschmeldungen: Löschen!

(Symbolbild)
© Kagenmi

Von Serdar Sahin

Eine gefälschte Audio-Nachricht, in der die Stimme von Kanzler Sebastian Kurz imitiert wird, geht in sozialen Netzwerken umher. Dramatische Warnungen beinhaltet der Mitschnitt – von Ausgangssperren ist die Rede. In WhatsApp-Gruppen wird erzählt, dass die Freundin einer Freundin im Innenminis­terium arbeite – die Informationen also echt seien. Auf Twitter, Facebook und Co. werden pseudowissenschaftliche Geschichten geteilt, wie man das Virus ganz einfach besiegen bzw. damit umgehen könne. Indem man etwa genug Wasser trinkt – und so das Virus durchspült. Das ist alles Fake!

An alle, die Falschmeldungen verbreiten: Bitte hört auf damit! Überprüft jede Information, die ihr bekommt. Was nicht direkt von der Regierung sowie von anderen offiziellen Behörden kommt und in seriösen, vertrauenswürdigen Medien steht, löscht ihr am besten sofort. Und an all diejenigen, die diesen Mist produzieren: Hört auf, die Menschen zu verunsichern und zu ängstigen! Die Zeiten sind schon schwierig genug. Der Reiseverkehr ist stark eingeschränkt worden, die Unis sind gesperrt, Schulen geschlossen. Alle Geschäfte außer Supermärkten, Apotheken und anderen Einrichtungen der Grundversorgung werden bald auch gesperrt. Das sind drastische Maßnahmen. Sie sind aber notwendig. Es gibt nun mal (noch) kein Medikament, keine Impfung gegen das Coronavirus.

Was Fake-Nachrichten bewirken, sieht man in den Supermärkten. Menschen werden panisch, sie stürmen die Läden. Obwohl die Regierung betont, dass diese weiterhin offen bleiben werden und die Versorgung gewährleistet ist. Was eigentlich vermieden werden sollte, passiert: viele Menschen auf engem Raum.

Besorgniserregend ist zudem, wie auf Bildern zu sehen ist, wie Hunderte junge Menschen reihenweise am Inn in der Sonne sitzen. In Corona-freien Zeiten ist nichts dagegen einzuwenden, doch die Zahl der am Virus Erkrankten steigt dramatisch. Der Appell der Regierung, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, gilt für jeden. Junge Menschen überstehen die Krankheit offenbar großteils gut, trotzdem ist es fahrlässig, die Anweisungen der Behörden zu ignorieren. Wie schon in den vergangenen Tagen oft gesagt wurde, soll vor allem die ältere Bevölkerung vor der neuartigen Lungenkrankheit geschützt werden. Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, Leben zu schützen.

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