Gemütliche Tour zum Seblaskreuz im Oberbergtal

Mit Sicherheit hat das Seblaskreuz im Oberbergtal schon in vielen Wintern mehr Schnee gesehen. Trotzdem gab es zuletzt Pulver, zudem ist diese Skitour in Sachen Lawinengefahr bei richtiger Spurwahl gut machbar.

Das Ziel vor Augen (im Bild links) zieht man über weite Almhänge bergauf.
© Irene Rapp

Von Irene Rapp

Neustift –Lawinenwarnstufe 3, dazu heftiger Föhn im Großraum Innsbruck: Am vergangenen Wochenende war die Wahl der richtigen Skitour gar nicht so leicht. Am Ende der Überlegungen kam das 2353 Meter hohe Seblaskreuz im Oberbergtal im Stubaital heraus: eine Tour, die auch bei Lawinenwarnstufe 3 und entsprechender Spurwahl keine Gefahr darstellt. Und eine Erhebung, die laut Einheimischen windgeschützt ist – was sich beim Gipfelkreuz angelangt als wahr herausstellen sollte. Dazu locken im Idealfall noch zwei gemütliche Hütten – einmal die Brandstattalm (die immer noch geöffnet hat) und einmal die Auffangalm (die hat inzwischen aber leider die Pforten geschlossen).

So kommt man hin: Vom Parkplatz St. Josef im Oberbergtal aus geht es zunächst den Forstweg/die Rodelbahn hinauf. Man folgt den Schildern zur Auffangalm, in der Kurve vor dem Almgebäude biegt man dann rechts hinauf ins Gelände ab. (Als Alternative kann man auch gleich auf dem Forstweg zur Brandstattalm und von dort zum Seblaskreuz aufsteigen.) Inmitten des Waldes tut sich hier eine baumfreie Schneise auf, der man in südwestlicher Richtung folgt. Nicht sehr steil geht es bergauf, und wenn sich der Wald lichtet, hat man eine kleine Ebene erreicht.

Von hier aus kann man das Ziel schon gut erkennen. Links sieht man in der Ferne das Seblaskreuz, über den Rücken rechts davon ist es zu erreichen. Bis dahin ist es jedoch weiter, als es scheint, doch es geht gemütlich über einige Stufen hinauf, u. a. an einer Holzhütte vorbei. Die Bäume werden weniger, die Tiefblicke ins Stubaital und die umliegende Bergwelt immer besser.

Tolle Tiefblicke ins Stubaital sind inkludiert.
© Irene Rapp

Am Rücken angelangt kann dann lawinentechnisch eigentlich nichts mehr passieren. Am vergangenen Wochenende allerdings verlangte der windgepresste Schnee und die hart-eisige Unterfläche vielen Tourengehern einiges ab. Nach rund 1000 Höhenmetern beim Gipfelkreuz angelangt wird man dann jedoch ausreichend belohnt – nämlich mit traumhaften Ausblicken. Auf der gegenüberliegenden Talseite des Oberbergtales drängt sich der Hohe Burgstall (2611 m) ins Blickfeld, talauswärts erblickt man die Serles (2718 m) einmal von einer etwas anderen Seite und hinten im Oberbergtal sticht der imposante Felszahn der Hohen Villerspitze (3087 m) ins Auge.

Das Seblaskreuz ist übrigens nicht die Seblasspitze. Diese erhebt sich kurz dahinter (ohne Kreuz, 2502 Meter), danach folgen Mittergratspitze (2746 m) und die zackige Brennerspitze (2877 m).

Das Seblaskreuz (links), rechts im Bild die Seblasspitze, die allerdings kein Gipfelkreuz hat.
© Irene Rapp

Abfahren kann man dann wieder auf demselben Weg (mit Variationen über die breiten Almhänge). Wer allerdings noch einkehren will, sollte sich links halten und die Brandstatt- alm ansteuern. Karin Fröhlich ist dort heuer das 13. Jahr im Einsatz und stellt immer noch traumhafte Kaspressknödel her – vor einigen Jahren landete sie beim TT-Kaspressknödel-Test auf Platz 2. Von der Alm aus kann man auch gut noch mit der Rodel abfahren, „diese Woche ist das nach den letzten Schneefällen noch ganz gut machbar“, erzählt sie. Am Samstag waren aber auch Schneeschuhwanderer zum Seblaskreuz unterwegs. Fazit: Eine Tour für jeden Geschmack.


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