Lotsendienst für Amphibien beim Kramsacher Krummsee

In Kramsach sind in den kommenden Wochen wieder 25 Freiwillige im Einsatz, um Amphibien auf ihrem Weg zu den Laichplätzen sicher über die Straße zu bringen.

Sarah Grießenböck und Schutzgebietsbetreuer Philipp Larch beim Aufstellen des Amphibienzauns an der Landesstraße.
© Haun

Kramsach –Der Probelauf hat überzeugt. Daher steht auch heuer wieder ein Amphibienzaun entlang der Landstraße beim Kramsacher Krummsee. Ein 450 Meter langer Zaun hindert jetzt wieder Amphibien auf ihrem Weg zu den Laichplätzen daran, auf die Straße zu hüpfen oder zu kriechen und Opfer von Lkw und Pkw zu werden. Statt auf die Straße zu gelangen, werden sie zu im Boden versenkten Kübeln „umgeleitet“. Hier gesammelt können die Tiere von Helfern auf die andere Straßenseite gebracht werden. Im Vorjahr wurden so 3000 Amphibien sicher über das Asphaltband gebracht.

Aufgestellt wurde der Zaun von der Straßenmeisterei gemeinsam mit der Gemeinde Kramsach. Für die fachkundige Anleitung sorgten dabei Schutzgebietsbetreuer Philipp Larch und Gemeinderätin Sarah Grießenböck (Grüne) aus Kramsach. 25 Freiwillige haben sich gemeldet, um beim „Lotsendienst“ mitzumachen. Zusätzlich werden alle in den Kübeln gefangenen Tiere wieder genau dokumentiert. Rund einen bis eineinhalb Monate bleibt das grüne Band stehen.

„Frosch im Wassertropfen“

Erstmals wurde auch das Wasser des Krummsees im Rahmen des Projektes „Frosch im Wassertropfen“ der Universität Innsbruck analysiert. Mithilfe von Proben konnte so die DNA von Grasfröschen, Erdkröten und Bergmolchen im Krummsee nachgewiesen werden. „Im Rahmen der Analyse konnte glücklicherweise festgestellt werden dass sich im Wasser des Krummsees kein Chytridpilz befindet“, zeigt sich Larch erleichtert. Würde dieser Amphibienpilz nachgewiesen, wäre es für Freiwillige problematisch, die Amphibien zu transportieren, da sie den Pilz dann auch in andere Gewässer übertragen könnten.

In den nächsten Tagen wird auch erstmals ein rund 100 Meter langer Amphibienzaun im Kramsacher Ortsteil Hagau aufgestellt. „Wir wollen erfassen, wie viele Amphibien dort wandern und ob es sinnvoll ist, dann auch künftig einen Zaun aufzustellen“, erklärt Larch. Ein weiterer Amphibienzaun im Bezirk Kufstein wird im Schutzgebiet Schwemm in Walchsee aufgestellt. Bereits seit mehreren Jahren kommt er dort zum Einsatz. Auch hier wurde der Zaun am Montag vom dortigen Schutzgebietsbetreuer Franz Goller und seinem Team angebracht. (fh, TT)

TT-ePaper testen und eine von drei Gasser Tourenrodeln gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die TT verlost drei Gasser Tourenrodeln und 50 Thermosflaschen

Kommentieren


Schlagworte