Vorwahlen am „Super Tuesday“ in den USA begonnen

Die Vorwahlen im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten am „Super Tuesday“ haben begonnen. Die ersten Wahllokale öffneten Dienstag früh um 6.00 Uhr (Ortszeit/12.00 Uhr MEZ) im US-Staat Virginia an der Ostküste.

Beim „Super Tuesday“ wird in mehr als einem Dutzend der 50 US-Staaten darüber abgestimmt, welcher Kandidat bei der Präsidentschaftswahl am 3. November den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump herausfordern soll. Der „Super Tuesday“ ist der wichtigste Tag bei den Vorwahlen der Demokraten: Es geht um die Stimmen von mehr als einem Drittel aller Delegierten, die beim Nominierungsparteitag im Sommer letztlich den Präsidentschaftskandidaten bestimmen.

Trump hat keine ernst zu nehmende parteiinterne Konkurrenz. Die Republikaner halten daher in mehreren US-Staaten gar keine Vorwahlen ab. Am „Super Tuesday“ stimmen aber auch sie in fast allen betroffenen Staaten ab.

Bei den Demokraten liegt nach bisher vier Vorwahlen der linke Senator Bernie Sanders in Führung. Der 78-Jährige ist auch in landesweiten Umfragen Spitzenreiter. Einen gewaltigen Schub bekam kurz vor dem „Super Tuesday“ allerdings Ex-Vizepräsident Joe Biden: Die ausgeschiedenen Bewerber Pete Buttigieg, Amy Klobuchar und Beto O‘Rourke riefen ihre Anhänger dazu auf, nun die Kandidatur des 77-Jährigen zu unterstützen.

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Buttigieg (38), der frühere Bürgermeister von South Bend (Indiana), hatte am Sonntag seinen Rückzug aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten erklärt. Am Montag folgte Senatorin Klobuchar (59). Der frühere Kongressabgeordnete O‘Rourke (47) war schon im November ausgestiegen. O‘Rourkes Empfehlung hat im wichtigen „Super Tuesday“-Staat Texas dennoch Gewicht: Er stammt aus Texas und hat den US-Staat im Kongress vertreten.

Die Unterstützungserklärungen für Biden sollen das gespaltene moderate Lager einen und eine Nominierung des linken Kandidaten Sanders verhindern. Der wichtigste Konkurrent Bidens aus dem moderaten Lager tritt allerdings erst jetzt ins Rennen ein: Der Multimilliardär und frühere New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg (78) steht am „Super Tuesday“ erstmals auf den Wahlzetteln.

Bloomberg hatte seine Kandidatur erst spät erklärt und sich in den bisherigen Vorwahlen nicht zur Wahl gestellt. Nach US-Medienberichten hat er Hunderte Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen für Wahlwerbespots ausgegeben, um am Dienstag punkten zu können. Sein Abschneiden wird mit Spannung erwartet.

Biden hatte bei der bisher letzten Vorwahl der Demokraten am Samstag in South Carolina einen fulminanten Sieg einfahren können. Es war allerdings sein erster Erfolg bei den bisher vier Vorwahlen. Sanders, der sich selbst als demokratischen Sozialisten bezeichnet, hat bisher zwei Vorwahlen gewonnen. Neben Biden, Sanders und Bloomberg sind noch zwei weitere Bewerber im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten: die Senatorin Elizabeth Warren (70) und die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard (38).

Am Dienstag wird in 14 US-Staaten gewählt, darunter große und für die Delegiertenstimmen gewichtige Staaten wie Kalifornien, Texas und Virginia. Außerdem steht im US-Außengebiet Samoa eine Vorwahl auf dem Programm. Die letzten Wahllokale schließen an der Westküste in Kalifornien - wo am Dienstag die meisten Delegierten vergeben werden - um 20.00 Uhr (Ortszeit/5.00 Uhr MEZ am Mittwoch). Erste Ergebnisse dürften am frühen Mittwochmorgen mitteleuropäischer Zeit bekanntwerden.

Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt bis Juni hin. Nach den Demokraten im Juli werden die Republikaner dann im August in Charlotte (North Carolina) formell Trump zu ihrem Präsidentschaftskandidaten küren.


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