Leipziger Buchmesse wegen des Coronavirus abgesagt

Wegen des Coronavirus findet die Leipziger Buchmesse heuer nicht statt. „Die Stadt Leipzig und die Leipziger Messe haben gemeinsam entschieden, die Buchmesse abzusagen“, sagte ein Stadtsprecher am Dienstag. Es handle sich um eine „Präventionsmaßnahme“, damit sich das Virus in Deutschland nicht weiter ausbreiten könne. Die Branchenvertreter zeigten sich betroffen.

„Dass die Leipziger Buchmesse nicht stattfinden kann, ist ein schwerer Schlag für die Literatur, das literarische Geschehen und die Literaturproduktion“, so Gerhard Ruiss von der IG Autorinnen_Autoren: „Der Schaden, den diese Absage verursacht, ist enorm. Er betrifft auch uns und insbesondere die österreichischen Literaturverlage und ihre aktuellen Programme. Leipzig war und ist das Fenster dieser Verlage in den gesamtdeutschsprachigen Raum.“

Auch aus Sicht des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ist die Absage ein schwerer Schlag für die Buchbranche. „Die Strahlkraft, die von der Leipziger Buchmesse in die Gesellschaft ausgeht, und das Interesse und die Begeisterung für Bücher, die sie vermittelt, sind enorm“, erklärte Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis.

Die Leipziger Buchmesse ist ein Publikumsmagnet mit jährlich fast 300.000 Besuchern. Die Entscheidung sei gemeinsam von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), dem Gesundheitsamt und der Messe getroffen worden, hieß es. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schrieb auf Twitter: „Gesundheit und Sicherheit gehen in diesem Fall ganz klar vor.“

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Die Messe sollte vom 12. bis 15. März stattfinden. Die Leipziger Buchmesse ist das Frühjahrsereignis der Buch- und Medienbranche. Parallel dazu finden jedes Jahr Europas größtes Lesefest „Leipzig liest“ an Hunderten Orten in der Stadt und die Manga-Comic-Con statt. Zur Manga-Comic-Con kommen jedes Jahr mehr als 100.000 Besucher und zahlreiche Ehrengäste unter anderem aus Japan.

Unklar ist indes, was nach dem Entfall der Messe mit dem Buchpreis geschieht. Der Preis der Leipziger Buchmesse, einer der wichtigsten Literaturpreise in Deutschland, wird normalerweise am Eröffnungstag vergeben. Er wird jährlich in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung ausgelobt und ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Man kläre das weitere Vorgehen, hieß es vonseiten der Messe.


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