Mehr als 40 Verdächtige nach Missbrauchsskandal in Würzburg

Der Fall des wegen schweren sexuellen Missbrauchs angeklagten Logopäden aus Würzburg hat eine internationale Dimension. Etwa ein Jahr nach der Festnahme des 38-Jährigen hat die Polizei weitere 42 Verdächtige ermittelt. Die meisten Verfahren seien an die jeweils örtlich zuständige Staatsanwaltschaft in Deutschland abgegeben worden, 17 Fälle an Behörden im Ausland.

„Zu den jeweiligen Ländern kann ich aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Goger von der Zentralstelle Cybercrime Bayern, die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg angesiedelt ist. Konkret gehe es um Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Schriften und sexuellen Missbrauch von Kindern.

Bei dem angeklagten Sprachtherapeuten, der sich von diesem Donnerstag an vor dem Landgericht Würzburg verantworten muss, waren knapp 23.000 Dateien mit kinderpornografischen Inhalten entdeckt worden. Diese brachten Ermittler, etwa in den USA, auf die Spur von mutmaßlichen Tätern. In einem Fall in Europa sei ein Verdächtiger, der Aufnahmen von Buben in Windeln gemacht hatte, identifiziert worden. Weitere geplante Taten hätten so verhindert werden können, hieß es im vergangenen September zum Abschluss der Ermittlungen gegen den Logopäden.

Laut Oberstaatsanwalt Goger konnte in 19 weiteren Fällen noch kein Beschuldigter namentlich identifiziert werden - allerdings seien „wertvolle Ermittlungsansätze“ an ausländische Behörden übermittelt worden. „In 16 weiteren Fällen laufen derzeit noch Ermittlungen gegen bisher unbekannte Täter.“

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Der Logopäde aus Würzburg war im vergangenen März festgenommen worden. Er soll sich in 66 Fällen massiv an Kindern vergangen haben, darunter vor allem körperlich und geistig behinderte. Manche von ihnen waren erst zwei Jahre alt. Der Deutsche ist laut Generalstaatsanwaltschaft weitgehend geständig.


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