Jeder zweite Schüler hat Umfrage zufolge Prüfungsangst

Jeder zweite Schüler zwischen zehn und 19 Jahren hat Prüfungsangst, zeigt eine am Mittwoch präsentierte Umfrage des Nachhilfeinstituts Lernquadrat. 39 Prozent der rund 600 befragten Jugendlichen (nicht nur Nachhilfe-Schüler) haben demnach „oft“ Angst vor Prüfungen, Referaten oder Schularbeiten, weitere 16 Prozent sogar „immer“. Besonders häufig betroffen sind Mädchen, ältere und schlechte Schüler.

49 Prozent haben bei der schriftlichen Befragung im Herbst 2019 angegeben, sie würden ohne Prüfungen viel lieber in die Schule gehen. Jeder Fünfte schämt sich in der Schule, wenn er bei einer Prüfung versagt. Angstfach Nummer eins der Jugendlichen ist die Mathematik (40 Prozent), gefolgt von Englisch (20) und Deutsch (13). Die meisten Jugendlichen mit Prüfungsangst befürchten ein plötzliches Blackout (60 Prozent), die gestellte Aufgabe nicht zu verstehen (50) oder dass ihnen unter Zeitdruck nichts gelingen könnte (38).

Die Prüfungsangst drückt sich bei den Jugendlichen oft durch Schlaf- und Appetitlosigkeit aus. Als Mittel gegen ihre Angst setzen zwölf Prozent auf Kaffee und Energy Drinks, sechs Prozent nehmen Beruhigungsmedikamente. 22 Prozent nutzen Schummelzettel, bei den Über-15-Jährigen ist es mehr als ein Drittel.

Über ein Drittel der Schüler empfindet laut der Erhebung außerdem den Schulalltag generell als belastend. 30 Prozent der Befragten sind schon einmal nicht in die Schule gegangen, weil sie sich dort so unwohl fühlen. Bei einer früheren Befragung von 2012 hatten das noch 18 Prozent angegeben. Weitere 22 Prozent zogen laut der aktuellen Befragung das Schwänzen als Reaktion auf schulische Belastungen zumindest schon einmal in Erwägung.

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LernQuadrat-Geschäftsführer Konrad Zimmermann forderte in der Presseunterlage angesichts der Umfrageergebnisse, „ein wenig Dampf aus dem Prüfungskessel zu nehmen“. Eltern sollten vor allem Ursachen der Prüfungsangst klären, den Kindern Selbstvertrauen vermitteln und sich Zeit zum Reden nehmen. Den Schülern empfiehlt Zimmermann, sich realistische Ziele vorzunehmen, Vergleiche mit den Mitschülern zu vermeiden und gezielt auf Entspannung zu setzen - und zwar ohne Handy.


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