Platter über Basistunnel: „Eine Verzögerung ist nicht akzeptabel“

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (VP) fordert von den BBT-Vorständen Klarheit über Fertigstellung des Brennerbasistunnels. Es könne nicht sein, dass es nun zu Irritationen rund um den Termin kommt.

1900 Beschäftigte arbeiten in Tirol und Südtirol auf den Baustellen des Brennerbasistunnels. Eigentlich wäre die Inbetriebnahme für 2028 geplant.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Die zu 100 Prozent im Eigentum der öffentlichen Hand stehende Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE, die den zu 100 Prozent aus Steuergeldern finanzierten, 56 Kilometer langen Brennerbasistunnel errichtet, gibt sich wortkarg. Denn zuletzt verdichteten sich die Hinweise, dass sich die Fertigstellung des aktuell mit 9,3 Milliarden Euro bezifferten Brennerbasistunnels um zwei Jahre verzögern könnte und der Tunnel erst 2030 in Betrieb gehe. Als eine der Ursachen hört man aus ÖBB-Kreisen Probleme beim größten Baulos Pfons-Brenner.

Schon in der Vergangenheit war es dort wegen eines Rechtsstreits nach der Ausschreibung zu einer eineinhalbjährigen Verzögerung gekommen. Jetzt geht es um die Beschaffenheit der Außenschalen für die Tunnelröhren und um 100 Millionen Euro. Für das ausführende Baukonsortium sind die so genannten Tübbinge zu schwach, die BBT SE sieht das anders. Ein weiterer Rechtsstreit droht, andererseits erwartet sich der BBT-SE-Aufsichtsrat nach wie vor eine Einigung. Möglicherweise muss dafür die Vortriebsvariante geändert werden. Auf Anfrage der TT heißt es dazu von der BBT SE, dass zu laufenden Vertragsverhältnissen mit Auftragnehmern keine Stellungnahme abgegeben werde.

Landeshauptmann Günther Platter (VP): „Ich habe die BBT-Vorstände daher heute schriftlich aufgefordert, alle Fakten auf den Tisch zu legen.“
© Vanessa Rachlé/TT

Und beim Zeitplan wird auf die aktuelle Situation verwiesen. Der Projektablauf wird derzeit evaluiert und das Bauprogramm in der Aufsichtsratssitzung Mitte 2020 aktualisiert. „Letztmalig wurde im Jänner 2019 in den Gremien der Basistunnel Gesellschaft BBT SE ein Bauprogramm freigegeben, das einen Inbetriebnahmetermin im Dezember 2028 vorsieht. Die Projektlaufzeit von der Planung bis zur Umsetzung eines Großprojekts in der Dimension des Brennerbasistunnels hängt von sehr vielen Faktoren ab, die oft nicht exakt planbar sind“, erklärten die beiden BBT-Vorstände Martin Gradnitzer und Gilberto Cardola in einem TT-Interview.

Elisabeth Blanik, SPÖ
-Abgeordnete: „Ein späterer Fertigstellungstermin würde sich negativ auf das Tiroler Transitdilemma auswirken.“
© Thomas Boehm / TT

Klare Antworten erwartet sich hingegen LH Günther Platter (VP). „Der Brennerbasistunnel ist das Herzstück für die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Beim letzten Gespräch mit den beiden BBT-Vorständen wurde mir versichert, dass der Bauzeitplan eingehalten wird.“ Es könne nicht sein, dass es nun zu Irritationen rund um den Fertigstellungstermin kommt. „Ich habe die BBT-Vorstände daher heute schriftlich aufgefordert, alle Fakten auf den Tisch zu legen und damit für Klarheit zu sorgen. Eine Verzögerung beim Bau des BBT ist aus Tiroler Sicht nicht akzeptabel“, sagt Platter.

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Für die SPÖ-Politikerin Elisabeth Blanik würde sich ein späterer Fertigstellungstermin negativ auf das Tiroler Transitdilemma auswirken. „Weil wir dringend Alternativangebote auf der Schiene anbieten müssen.“ Im Gegensatz zu den Grünen habe sich die SPÖ immer vorbehaltlos für den Brennerbasistunnel ausgesprochen. „Es muss alles darangesetzt werden, dass die Inbetriebnahme Ende 2028 erfolgen kann.“ (pn)


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