CoV: Einreisestopp für österreichische Touristen nach Israel

Aus Sorge vor der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus dürfen österreichische Touristen nicht mehr nach Israel einreisen. Auch Personen aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Spanien sind davon betroffen. Die Dauer der Maßnahme ist noch nicht absehbar, hieß es seitens des Außenministeriums gegenüber der APA. In Italien stieg die Zahl der Todesopfer indes auf mehr als 100.

Personen die eine Reise nach Israel gebucht haben wurden aufgerufen, sich unmittelbar mit ihrer Fluglinie in Verbindung zu setzen. Israelische Rückkehrer müssen sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben, teilte Regierungschef Benjamin Netanjahu mit. Touristen aus den betroffenen Ländern dürften nur einreisen, wenn sie glaubhaft beweisen könnten, dass sie eine häusliche Quarantäne einhalten können. Diese Bestimmung solle in den kommenden Tagen in Kraft treten.

Italien schließt wegen der Coronavirus-Krise alle Schulen und Universitäten bis zum 15. März. Dies bestätigte der italienische Premier Giuseppe Conte am Mittwoch. Die Maßnahme sei notwendig, um eine Verbreitung des Coronavirus zu bremsen. Die Regierung arbeite an einer Verordnung mit Vorbeugungsmaßnahmen, die noch am Mittwochabend verabschiedet werden soll, so der Premier. Das italienische Gesundheitssystem sei zwar solide, es dürfe jedoch nicht überlastet werden. Daher seien rigorose Maßnahmen zur Ausbreitung der Infektionen dringend notwendig. Italien arbeite mit „voller Transparenz“, um die Epidemie einzugrenzen, erklärte der Premier.

Die Zahl der Toten durch das Virus stieg indes auf 107 und die Zahl der Infizierten auf 2.706, sagte Italiens Zivilschutzchef Angelo Borrelli in Rom. Damit ist Italien das vom Coronavirus am stärksten betroffene Land. Am Vortag waren es noch rund 2.500 Infizierte und 79 Tote. Mittlerweile gibt es in fast allen Regionen Fälle, die meisten allerdings nach wie vor in der Lombardei, der Emilia-Romagna und in Venetien.276 Personen sind inzwischen genesen. 3,47 Prozent der Infizierten sei bisher gestorben, so Borreli.

Weltweit wurden bisher mehr als 94.000 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Ebenfalls schwer betroffen sind neben China, Südkorea und der Iran. In China geht die Zahl der Neuinfektionen jedoch inzwischen zurück.

In Deutschland zählte das Robert Koch-Institut (RKI) bis Mittwochvormittag 240 nachgewiesene Infektionen. Viele Patienten sind inzwischen wieder gesund. Schwere Covid-19-Verläufe sind selten, ein darauf zurückgehender Todesfall wurde in Deutschland wie in Österreich bisher nicht erfasst. Allerdings gehen die Behörden von einer Verschlechterung der Situation aus. In Deutschland habe eine Epidemie begonnen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Bundestag. „Der Höhepunkt der Ausbreitung ist noch nicht erreicht.“

Positive Nachrichten gab es inzwischen aus China, wo die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weiter zurückging. Am Dienstag habe es 119 neue Fälle gegeben, teilten die chinesischen Behörden in Peking mit. 38 Menschen seien am Dienstag an der Krankheit gestorben, um sieben mehr als am Vortag. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen stieg damit auf mehr als 80.000, die Zahl der Toten auf 2.981. Auf die zentrale Provinz Hubei entfielen am Dienstag 37 Todesfälle und 115 Neuinfektionen.

Südkorea blieb unterdessen jenes Land, in dem sich das Coronavirus derzeit am schnellsten ausbreitet. Am Dienstag seien 516 neue Fälle bestätigt worden, berichteten die Behörden in Seoul. Damit blieb der Zuwachs jedoch unter dem Wert des Vortages, als fast 600 neue Fälle gemeldet wurden. Insgesamt sind 5.328 Menschen in Südkorea mit dem Coronavirus infiziert worden, 32 Menschen starben. In Japan meldeten die Behörden den 1.000 Coronavirus-Fall.

Im Iran ist die offizielle Zahl der Coronavirus-Toten und -Infizierten nach Angaben des Gesundheitsministeriums erneut gestiegen. Die Zahl der Toten habe sich innerhalb von 24 Stunden von 77 auf 92 erhöht, sagte Ministeriumssprecher Kianush Dschahanpur am Mittwoch in Teheran. Insgesamt sind laut Dschahanpur 2.922 Menschen - 586 mehr als am Vortag - positiv auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gleichzeitig seien 552 Patienten geheilt und aus den Krankenhäusern entlassen worden, berichtete der Sprecher.

Der Iran wies auch ein US-Hilfsangebot zurück. Diejenigen, die dem iranischen Volk durch „bösartige“ Sanktionen Medikamente und Nahrung vorenthielten, „erscheinen jetzt mit einer Maske des Mitgefühls und sagen, sie wollten der iranischen Nation helfen“, sagte Präsident Hassan Rohani am Mittwoch in einer klaren Anspielung auf die USA. Zu einem Angebot von US-Präsident Donald Trump sagte Rohani: „Unser Volk weiß sehr gut, dass Sie lügen.“

Die Behörden in Hongkong haben indes eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bei einem Hund bestätigt. Bei mehreren Untersuchungen im Abstand einiger Tage sei das Haustier einer Coronavirus-Patientin „schwach positiv“ getestet worden, teilten die Behörden am Mittwoch mit. Der Zwergspitz weise einen „niedrigen Infektionsgrad“ auf, erklärte das Hongkonger Landwirtschaftsministerium. Experten von Universitäten und der Weltorganisation für Tiergesundheit zufolge sei es mutmaßlich der erste Fall einer Übertragung von Mensch zu Tier.


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