Organisationstrio verabschiedet sich: Imster Kunststraße am Scheideweg

Das Organisationstrio der bekannten Imster Kulturveranstaltung verabschiedet sich nach nur einer Saison. Heuer sollte die 20. Auflage stattfinden – extra dafür wurde das Budget von 30.000 auf 50.000 Euro erhöht.

Eines der Kunststraßen-Lokale, das im vergangenen Advent bespielt wurde.
© Thomas Böhm Photographie Imst

Von Alexander Paschinger

Imst –Es ist ein Paukenschlag: Am gestrigen Donnerstagvormittag gab das Kulturreferat der Stadt Imst bekannt, dass sich das Organisationsteam der Kunststraße 2019 wieder verabschiedet. Das dreiköpfige Gremium hatte im Vorjahr diese Aufgabe übernommen und ein beeindruckendes Kunststraßen-Angebot kreiert. „Als Kulturreferent der Stadt Imst möchte ich mich bei den Damen des Projektteams 2019 – Lisa Krabichler, Helene Keller und Daniela Senn, die so viel Herzblut und Engagement in diese Kunststraße steckten – für ihre hervorragende Arbeit und ihren immensen Einsatz bedanken und mein Bedauern über ihren Ausstieg ausdrücken“, teilt dazu Stadtchef und Kulturreferent Stefan Weirather mit. Heuer steht die 20. Kunststraße an – und sie steht damit am Scheideweg. „Wir werden bei der nächsten – zeitnahen – Kulturausschusssitzung darüber diskutieren, wohin die Reise geht“, sagt Weirather.

Ganz überraschend kommt der Rückzug des Organisationstrios nicht, wie es in der Aussendung heißt: „Während der intensiven Zeit der Vorbereitung und Umsetzung der Kunststraße 2019 hat sich deutlich abgezeichnet, dass sich die Rahmenbedingungen für das bestehende Kunststraßen-Format als sehr schwierig erweisen.“ Neben allen anderen Tätigkeiten sei vor allem die Beschaffung der Ausstellungsräume dermaßen zeitaufwändig und in keinem Verhältnis zum Gesamtergebnis gewesen, „dass dieses Prozedere ein weiteres Mal zeitlich nicht denkbar ist“, so Krabichler.

Auch die finanzielle Frage stand im Raum, wie Weirather der TT erklärt: In der Schlussbesprechung sei die Vorstellung des Organisationsteams über die finanzielle Ausstattung mit rund 100.000 Euro weit über jener der Stadt gelegen. „Wir erhöhen heuer das Budget von bislang 30.000 auf 50.000 Euro“, sagt der Bürgermeister. Das sei aber nur einmalig, weil man das 20-Jahr-Jubiläum feiere.

Helene Keller, Daniela Senn und Lisa Krabichler (v. l.) boten als Organisatorinnen eine beeindruckende Kunststraße 2019 auf.
© dorn

„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen und wir möchten es zum Abschied nicht versäumen, noch einmal ein riesiges Dankeschön an alle Beteiligten auszusprechen, die das Kunststraßen-Jahr 2019 zu einem so bemerkenswerten Erfolg werden ließen“, betonen Krabichler, Keller und Senn in der Aussendung des Kulturreferats. Die freischaffende Tätigkeit von Lisa Krabichler und Helene Keller erfordert über das Jahr hinweg auch Freiraum für weitere Projekte und Daniela Senn ist in einer Innsbrucker Kommunikationsagentur Vollzeit beschäftigt.

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Nun gelte es, die Weichen neu zu stellen, meint der Kulturreferent gegenüber der TT. „Im Kulturausschuss werden wir darüber reden müssen, wie man mit dem vorhandenen Budget durchkommt und wer als Kurator in Frage kommt.“ Interessenten habe man noch von der Suche im vergangenen Jahr in petto.


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