Kilde im ersten Kvitfjell-Training klar voran

Lokalmatador Aleksander Aamodt Kilde hat am Donnerstag im ersten Training für die Weltcup-Abfahrt in Kvitfjell überlegene Bestzeit erzielt. Der 27-jährige Norweger war in 1:48,87 Minuten 0,87 Sekunden schneller als der Schweizer Cedric Ochsner, der mit Startnummer 56 noch überraschend auf Platz zwei fuhr. Bester Österreicher war der 28-jährige Kärntner Christian Walder als Neunter.

Die rot-weiß-roten Siegläufer Vincent Kriechmayr (+1,61 Sek.) und Matthias Mayer (1,82) landeten beim ersten Abtasten im norwegischen Olympia-Skigebiet auf der nach den Schneefällen in der Nacht teilweise sehr weichen Piste auf den Rängen 14 bzw. 18. Das Training begann deshalb durch die länger dauernden Arbeiten an der Strecke eine halbe Stunde später als geplant, dann aber bei herrlichem Winterwetter mit Sonnenschein, wodurch am Ende die Piste schneller wurde.

„Bei so einem Panorama Ski zu fahren, ist eine große Freude“, sagte Kriechmayr nach seiner Fahrt. Der Oberösterreicher lässt sich auch vom Coronavirus „nicht blöd machen. Ich begrüße meine Freunde ganz normal, gebe ihnen die Hand ohne Handschuhe“, berichtete der 28-Jährige, dass er eine „Distanz zu diesem schwierigen Thema“ hat. „Für mich ist das nicht so greifbar, weil ich noch keinen Fall erlebt habe.“

Kriechmayr und Mayer haben ebenso wie Otmar Striedinger, Max Franz und Daniel Danklmaier aufgrund von Startnummern unter den Top 30 ihren Abfahrtsplatz am Samstag (11.00 Uhr) fix. Walder, Daniel Hemetsberger, Niklas Köck, Stefan Babinsky und Johannes Kröll müssen am Freitag im zweiten Training eine ÖSV-interne Qualifikation um die restlichen drei Plätze bestreiten. Raphael Haaser ist dagegen nur am Sonntag (10.30) im Super-G am Start.

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Deutschlands Skistar Thomas Dreßen wird dagegen beide Rennen bestreiten. Der 26-Jährige hatte zuletzt bei seinem Sturz im Weltcup-Super-G in Hinterstoder eine Subluxation (nicht vollständige Ausrenkung) beider Schultergelenke erlitten. „Ich bin heute bewusst ohne Schmerzmittel gefahren. Ich wollte spüren, wie schlimm es wirklich ist“, sagte der Sieger der Weltcup-Abfahrten von Lake Louise, Garmisch-Partenkirchen und Saalbach-Hinterglemm in diesem Winter.

In den Flachpassagen, die in tiefer Hocke gefahren werden müssen, seien die Schmerzen am größten gewesen. „Deswegen habe ich unten dann aufgemacht. Das war eine schöne Besichtigungsfahrt“, meinte Dreßen, warum er mit 3,71 Sekunden Rückstand auf Kilde nur an der 55. Stelle gelandet war. „Am Samstag werde ich aber sicher nicht ohne Schmerzmittel fahren, deswegen bin ich guter Dinge.“

Rechnerisch hat der Bayer sogar noch eine Chance auf die kleine Kristallkugel, sofern noch zwei Abfahrten stattfinden sollten. Der Internationale Skiverband wird am Freitagnachmittag eine Entscheidung fällen, ob das Weltcup-Finale vom 18. bis 22. März in Cortina d‘Ampezzo gefahren werden kann. Italien ist ja bekanntlich das vom Coronavirus am schlimmsten betroffene Land in Europa.

Doch für Dreßen steht jetzt schon fest, dass der Schweizer Beat Feuz zum dritten Mal in Folge Abfahrts-Weltcup-Sieger wird. „Wir können dem Beat schon gratulieren“, meinte der Deutsche mit Wohnsitz in Oberösterreich (Scharnstein). Feuz, dem bereits ein 24. Platz am Samstag zum Hattrick reicht, wollte davon aber nichts wissen. „Die Kugel ist noch nicht unter Dach und Fach“, betonte der 33-Jährige.

Gleichwohl merkte Feuz an: „Kvitfjell wäre ein schöner Ort für mich, die dritte Kugel zu holen.“ Ihm wäre am liebsten, würden beide noch ausständige Abfahrten stattfinden. „Als Rennfahrer hoffe ich, dass wir noch ein Rennen in Cortina fahren. Aber man muss dann auch nichts riskieren“, meinte der Emmentaler hinsichtlich der Coronavirus-Thematik. „Wenn es keinen Sinn macht, macht es keinen Sinn.“

Für ihn hat sich durch den Erreger Sars-CoV-2 „eigentlich nicht allzu viel verändert. Die Hände noch ein-, zweimal öfters waschen, desinfizieren und weniger Hände schütteln. Man muss sicher achtgeben, sollte es aber nicht übertreiben“, meinte Feuz, der als 17. des Donnerstagstrainings 1,81 Sekunden hinter der Bestzeit lag.


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