Goldene Zwanzigerjahre: In Tirol glitzerten nur kleine Sprenkel

Die Nostalgie der Goldenen Zwanzigerjahre lebt von Verklärung. Statt Partyexzessen, Wasserwelle und ersten Schritten in der Emanzipation prägten in Tirol Armut und Unsicherheit die Menschen in dem Zwischenkriegsjahrzehnt.

Ein Jahrzehnt der starken Frauen. Der Frauenüberschuss nach dem Weltkrieg schenkte der Frauen Selbstbewusstsein und sie eroberten das gesellschaftliche Leben und die Arbeitswelt.
© Getty Images

Von Beate Troger

Der Schock sitzt tief in Tirol. Das Land ist auf einmal geteilt. Südtirol gehört nicht mehr dazu. So haben in Tirol die 1920er-Jahre begonnen. Von ausgelassenen Partyexzessen der wilden Zwanzigerjahre mit Swing,­ Charleston und viel Glamour ist hierzulande nichts zu spüren. Zu weit weg sind die schillernden Städte New York, London, Berlin und sogar Wien. „Die Bezeichnung der ?Goldenen Zwanzigerjahre' passt überhaupt nicht zu Tirol in jener Epoche", erläutert der Innsbrucker Historiker Michael Forcher. Nachtleben, Genuss, Kunst und Kultur gab es kaum. Zu leben habe vor allem überleben bedeutet, sagt er.

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