Coronavirus in sieben von neun Bundesländern angekommen

Das Coronavirus hat sich am Donnerstag in Österreich weiter ausgebreitet. Offiziell frei vom Virus waren gegen Abend nur mehr Oberösterreich und das Burgenland. Denn in Kärnten und Vorarlberg wurde der jeweils erste Fall gemeldet. Die Zahl der Infizierten stieg somit österreichweit auf 42. Auch weltweit breitete sich das Virus aus. Fast 300 Millionen Kinder gehen deshalb nicht in die Schule.

Bisher wurden österreichweit 3.711 Tests durchgeführt. Im Laufe des Donnerstags waren so unter anderen die neuen Fälle in Vorarlberg und Kärnten und ein weiterer in Salzburg bekannt geworden. Damit gab es insgesamt 16 Fälle in Wien, 13 in Niederösterreich, je vier in der Steiermark und Salzburg, drei in Tirol und je einen in Vorarlberg sowie Kärnten.

Die dazugekommenen Patienten im südlichsten und westlichsten Bundesland dürften sich unabhängig voneinander in Wien angesteckt haben, hieß es bei jeweiligen Pressekonferenzen. Der Fall des jungen Mannes (Jahrgang 1990) in Vorarlberg könnte möglicherweise Auswirkungen auf den Betrieb einer Schule haben. Denn die Mutter des Patienten ist Lehrerin und zeigt ebenso Symptome. Der Vorarlberger war wie die in Kärnten betroffene 28-Jährige in Wien, bevor Krankheitserscheinungen des Coronavirus aufgetreten waren. In beiden Erstfällen wird derzeit untersucht, mit wem die Betroffenen in Kontakt standen.

In Salzburg wurde indes bekannt, dass der als dort vierter Fall positiv getestete 61-Jährige aus Großbritannien stammt. Er war am Donnerstag im Pinzgau positiv auf das Coronavirus getestet worden.

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Das Land Tirol gab bekannt, dass mehrere Isländer nach ihrer Rückkehr von einem Tirol-Urlaub positiv getestet worden sind. Die Ansteckung dürfte sich aber erst im Flugzeug auf der Rückreise von München nach Reykjavik ereignet haben. In dem Flieger saß ein an dem Virus erkrankter Passagier.

Indes wurden jene Grippemasken, die zur Zeit der Vogelgrippe von der damaligen Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) angeschafft worden waren, am Donnerstag vom Bundesheer an die Behörden übergeben. Die 1,6 Millionen Masken, die mit Haltbarkeitsdatum 2016 im Jahr 2006 beschafft wurden, sind nach Tests noch voll einsatztauglich, hieß es vom Verteidigungsministerium.

Das Gesundheitspersonal ist nach Angaben von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ausreichend mit Schutzmasken ausgestattet. „Es sind auch weitere Maßnahmen in Vorbereitung, um die Versorgungslage mit Schutzmasken auch in den nächsten Wochen und Monaten für das medizinische Personal sicherzustellen“, sagte Anschober. „Diese eiserne Reserve wird alle aktuell laufenden Bemühungen unterstützen, die gute Versorgung von Patientinnen und Patienten in Österreich auch in der derzeitigen Ausnahmesituation aufrechtzuerhalten.“

Das Verteidigungsministerium unterstützt ab dieser Woche auch die 24-Stunden-Hotline der AGES. Die dafür eingesetzten Soldaten wurden speziell auf diese Aufgabe vorbereitet und geschult. Die Gesundheitshotline 1450 hat alleine am Mittwoch 1.795 Anrufe zum Thema Coronavirus entgegengenommen. Informationen für die Bevölkerung erteilt auch die Service-Nummer der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter 0800-555-621.


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