Der Energie-Effizienz im Land auf der Spur: Energieausweis-Datenbank kommt

Der Bund will 2040 klimaneutral sein. Um die Erreichung dieses Ziel zu planen, überwachen und evaluieren, will das Land eine zentrale Energieausweis-Datenbank installieren.

(Symbolfoto)
© Fotolia

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Wer bauen will, kommt um ihn nicht herum. Die Rede ist vom so genannten „Energieausweis“. Ein solcher ist als verpflichtender Teil der Einreichunterlagen der jeweiligen Baubehörde vorzulegen. Damit muss nicht nur die Erfüllung energetischer gesetzlicher Vorgaben nachgewiesen werden. Für das Land würden sich auch allerlei nützliche Zusatzinfos aus den Energieausweisen ergeben. Wie hoch ist der Grad der Photovoltaiknutzung, wer verwendet Solaranlagen, wer greift auf Luftwärmepumpen zurück und wie schaut es mit den Dämmwerten aus?

Doch bis dato kann das Land von dieser Datenflut nur träumen. Weil es keinen gesammelten Zugriff auf die Energieausweise hat. Die Vorweispflicht ist lediglich auf die Gemeinde als Baubehörde beschränkt. Das Kon­trollsystem erfolgt in Zusammenarbeit mit der Abteilung Wohnbauförderung. Das soll sich nun aber ändern. Das Land plant nämlich die Einführung einer zentralen digitalen Energieausweisdatenbank. Spätestens Mitte 2021 soll selbige in Betrieb gehen. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Land, Gemeindeverband und der Stadt Innsbruck soll in Kürze eingerichtet werden, um ein diesbezügliches Umsetzungskonzept zu erarbeiten.

Das Land will hier gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einerseits will man den Gemeinden mehr Rechtssicherheit bieten. Und zwar wie folgt: Künftig wird ein jeder Energieausweis in diese Datenbank im Vorfeld des Baugenehmigungsverfahrens einzuspeisen sein. Ist ein solcher nicht von Haus aus richtig und vollständig, ist ein Upload nicht möglich. Ergo erhält die Gemeinde für das Verfahren automatisch ordnungsgemäße Ausweise. Derzeit haben nicht alle Gemeinden ausreichende Kapazitäten bzw. Know-how, um dies in jedem Einzelfall auch gewährleisten zu können. Auch das bisherige Kontrollsystem über die Wohnbauförderung dürfte somit entlastet werden.

Ein zweiter Aspekt der Datenbank: Tirol will 2050 klimaneutral sein, der Bund hat diese Vorgabe auf 2040 vorverlegt. Eine fundierte Datengrundlage ist hier essenziell, um die Erreichung (oder Verfehlung) der gesetzten Ziele laufend überwachen zu können.

„Die Einführung einer Energieausweis-Datenbank würde einen klaren Mehrfachnutzen mit sich bringen“, ist sich Gemeinde-Landesrat Johannes Tratter (VP) sicher. Die Landesregierung soll bereits in ihrer morgigen Sitzung grünes Licht geben.

Mit der zentralen Energieausweisdatenbank erhält das Land aber auch (gesetzlichen) Zugang zum bisher nur Gemeinden obliegenden Gebäude- und Wohnungsregister (GWR). Somit wird ein tirolweiter Überblick über den Gebäudezustand sowie daraus abzuleitender Maßnahmen im Sinne des Nationalen Energie- und Klimaplans möglich.


Kommentieren


Schlagworte