Skischaukel Kaunertal-Langtaufers: „Minimum liegt bei 50.000 Nächtigungen“

Kaunertal-Langtaufers: Die Projektwerber sehen je nach Entscheidung in Bozen ein Startsignal zur touristischen Weiterentwicklung oder einen herben Rückschlag.

Blick vom Karlesjoch im Kaunertal auf das Langtauferer Tal (r.).
© Wenzel

Kaunertal, Langtaufers – Wie berichtet, entscheidet die Südtiroler Landesregierung in Bozen noch im März über die Genehmigung der Skischaukel Kaunertal-Langtaufers. Die Würfel könnten bereits am 17. März fallen. Die zuständige Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer ließ sich kürzlich im TT-Gespräch nicht in die Karten blicken, ob sie in ihrer Empfehlung für „Ja“ oder „Nein“ plädiert. Die Mehrheit unter den neun Mitgliedern der Landesregierung entscheidet.

Mit dem Ergebnis der Abstimmung sehen Befürworter wie Gegner gravierende regionale Folgen verknüpft. Touristiker im Langtauferer Tal hoffen auf „die historische Chance“ zur touristischen Weiterentwicklung. „Wir leben vom Tourismus. Die Alternative ist Abwanderung. Also ein herber Rückschlag für das Tal“, fasst der langjährige Projekt-Kämpfer Sepp Thöni zusammen.

Armin Falkner, Obmann des Projektwerbers Oberländer Gletscherbahn AG, hat sich mit den Gutachten zur Nord-Südtiroler Liftverbindung befasst: „Allein das Langtauferer Tal lukriert laut Gutachten des Landes zusätzlich 50.000 Nächtigungen.“ Synergieeffekte mit dem Kartenverbund seien leider nicht untersucht worden. Der Gemeinde Graun winke, so Falkner, bei 415.000 Nächtigungen ein Plus von 12 Prozent. „Wobei das die vorsichtige Prognose ist.“ Das Potenzial liege bei 200.000 Nächtigungen zusätzlich. Nicht nur Graun allein, auch die Region der Zwei-Länder-Skiarena (Nauders, Watles, Haideralm, Schöneben, Trafoi und Sulden am Ortler) werde von der „Sogwirkung“ der Skischaukel profitieren, ist Falkner überzeugt. „Die Höhenlage am Kaunertaler Gletscher und die Schneesicherheit sind ultimative Buchungsargumente.“

Während der Grauner BM Heinrich Noggler (zunächst ein Befürworter) in das Lager der Gegner gewechselt ist, sehen Entscheidungsträger in Nauders „generell touristische Synergieeffekte“. Näheres möchte er dazu aber nicht erläutern, sagte BM Helmut Spöttl. TVB-Ortsobmann Helmut Wolf hob hervor: „Der TVB Tiroler Oberland und auch der Verein der Nauderer Touristiker haben die Gründung der Gletscherbahn AG unterstützt und Anteile erworben.“ Zudem sollen 15 bis 20 Nauderer Touristiker am Aktienkapital beteiligt sein. „Am regionalen Synergieeffekt und an den Vorteilen, von denen wir überzeugt sind, hat sich nichts geändert“, zeigte Wolf auf. „Mit dem Zusammenschluss haben wir vor alle­m die Chance auf Ausdehnung der Skisaison.“

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Der Südtiroler Alpen­verein stellt unverändert den Naturschutz in den Mittelpunkt seiner Argumente gegen die geplante Liftverbindung. Brutgebiet­e und Lebens­räume von gefährdeten Arten wie dem Schnee- und Steinhuhn würden zerstört, heißt es beim Alpen­verein. (hwe)


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