Ein Leben für die Kunst: Elmar Kopp ist tot

Der Imster Künstler Elmar Kopp ist 90-jährig gestorben.

© Hauser

Imst – Die Kunst sei sein Lebenselixier, meinte der Imster Künstler Elmar Kopp vergangenes Jahr im Rahmen seiner Ausstellung zum 90. Geburtstag in der Imster Galerie Theodor von Hörmann. Wenn er nicht mehr malen könnte, hätte das Leben für ihn keinen Sinn mehr, es wäre nur noch ein trostloses Warten. Vorgestern Donnerstag ist Elmar Kopp verstorben, und sein Leben sollte für keinen Moment ein trostloses Warten gewesen sein.

Am 2. April 1929 geboren, führte ihn die künstlerische Bestimmung an die Malschule des Toni Kirchmayr in Innsbruck. Dass Kopp als dritter von vier Buben zur damaligen Zeit natürlich nicht Künstler werden sollte, versteht sich von selbst. Es bedurfte einiger Kraftanstrengung von seiner Seite und der Unterstützung seiner Mutter, dass er sich seinen Traum vom Künstlersein verwirklichen konnte.

Trotz des Verlusts der rechten Hand durch einen Arbeitsunfall studierte er von 1951 bis 1954 an der Akademie der bildenden Künste Wien Malerei bei Josef Dobrowsky und Herbert Boeckl sowie Bildhauerei bei Fritz Wotruba. 1954 schloss er die Akademie mit dem Staatspreis ab. Studienreisen unternahm er durch Europa, Afrika und Asien. Seit 1956 lebte und arbeitete er als freischaffender Künstler in Imst. Gemeinsam mit den Künstlerkollegen August Stimpfl, Andreas Weissenbach und Herbert Wachter prägte Kopp nach seiner Rückkehr aus Wien das Kunstgeschehen in Tirol entscheidend mit.

Er schuf Landschafts-, Blumen- und figürliche Bilder sowie zahlreiche Werke (Skulpturen, Fresken, Sgraffiti, Mosaiken) im öffentlichen Raum. Er lieferte Entwürfe für Glasfenster und für Wandteppiche, die von seiner Frau Midi gewebt wurden.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

1982 verlieh ihm Bundespräsident Rudolf Kirchschläger den Berufstitel Professor. Bis kurz vor seinem Tod verbrachte Kopp noch zwei Stunden täglich in seinem Atelier. Solange es ihm möglich war, bewies er sich, das Licht einfangend und Motive zu ergreifenden Eindrücken verdichtend, als Freilichtmaler an der Natur.

Kopp zeigte sich als ein Künstler, der, die Tendenzen der Zeit wohl erkennend, stets seinen sehr persönlichen Weg gegangen ist. Werken Kopps begegnet man in ganz Tirol, speziell in Imst. Sein Hauptaltar mit Ambo in der Pfarrkirche Imst, die Fresken an der Johanneskirche oder der Kreuzweg in der Kirche zu Brennbichl sind wunderbare Beispiele seines sakralen Schaffens.

Die bevorzugten Motive fand Kopp in der Natur. Kleinode ländlicher Architektur, das Idyll in Nachbars Garten, Stadt- und Dorfansichten zählten ebenso zu seinem Repertoire wie die Akt- und Landschaftsmalerei. Kopp schuf eine Kunst von unaufgeregter Zeitlosigkeit. (hau)


Kommentieren


Schlagworte