Salzburg im Cupfinal-Freudentaumel: „Wahres Gesicht gezeigt“

Fußball-Meister Red Bull Salzburg hat am Donnerstag seine Negativserie beendet. Die „Bullen“ zogen dank eines Heim-1:0 über den LASK ins ÖFB-Cup-Finale ein, wo am 1. Mai in Klagenfurt Zweitligist Austria Lustenau der Gegner ist. Die erfolgreiche Titelverteidigung, gleichzeitig der siebente Pokal-Triumph in den jüngsten neun Saisonen, ist zum Greifen nah.

Dementsprechend gut gelaunt präsentierten sich die Salzburger Akteure nach dem Schlusspfiff. Trainer Jesse Marsch etwa sprach von der besten Leistung seiner Mannschaft in diesem Kalenderjahr und einer der besten Darbietungen in dieser Spielzeit. „Wir haben ab der ersten Minute den Kampf angenommen und wieder eine richtig gute Mentalität gezeigt“, meinte der US-Amerikaner.

Marsch machte aber auch deutlich, wie sehr ihn die jüngsten Misserfolge geärgert hatten. „Zuletzt war zu wenig Leidenschaft da. Es ist zu wenig, wenn man die Qualität hat, sie aber nicht auf den Platz bringt.“

Vor dem Duell mit dem LASK hatte Salzburg fünf Bewerbspartien ohne Sieg absolviert - die Folge waren das Europa-League-Out gegen Eintracht Frankfurt und ein Sechs-Punkte-Rückstand in der Liga auf die Linzer. „Wir waren zuletzt die Prügelknaben der Nation“, behauptete Goalie Cican Stankovic und betonte in diesem Zusammenhang: „Es war eine schwierige Phase, keine Krise.“

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Dieses Tief sollte nun laut Maximilian Wöber überwunden sein. „Die ganze Mannschaft war extrem spritzig. Wir haben wieder unser wahres Gesicht gezeigt und endlich wieder richtig gut verteidigt“, sagte der ÖFB-Teamspieler. Von den vorangegangenen zwölf Pflichtspielen hatten die Salzburger nur eines - das Cup-Viertelfinale gegen Zweitligist Amstetten - ohne Gegentreffer überstanden. „Zu null zu spielen, ist ein ganz neues Gefühl“, schmunzelte Stankovic.

Mit dem wiedergewonnenen Selbstvertrauen soll in der Bundesliga die Aufholjagd gelingen und der siebente Meistertitel in Folge eingefahren werden. „Wenn wir immer so auftreten, sind wir schwer zu schlagen. Jetzt müssen wir Konstanz in unser Spiel bringen, denn einmal so und einmal so, das bringt uns nicht weiter“, mahnte Innenverteidiger Andre Ramalho.

Warnungen waren auch aus dem Lager des LASK zu hören. „Wir hatten die Hosen voll, waren nicht mutig genug“, kritisierte Mittelfeldspieler Peter Michorl. Auch Abwehrchef Gernot Traunter gab sich selbstkritisch. „Wir waren nicht so giftig wie gewohnt. Wir müssen wieder der alte LASK werden.“

Dass die erste Niederlage der Linzer in diesem Jahr nicht höher ausfiel, hatten sie ihrem starken Goalie Alexander Schlager zu verdanken. „Er hat überragend gehalten“, gestand selbst Stankovic, Schlagers Konkurrent im ÖFB-Team um das Einserleiberl. Der LASK-Schlussmann selbst wollte sich zu seiner Leistung nicht äußern, sondern blickte lieber nach vorne. „Niederlagen gehören zum Fußball. Wir werden stärker zurückkommen.“

Für die Oberösterreicher geht es am Sonntag beim SV Mattersburg weiter, ehe am kommenden Donnerstag Manchester United im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League im Linzer Stadion gastiert.


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