Leichter Anstieg der Coronavirus-Fälle in Österreich

Die Fälle des neuartigen Coronavirus in Österreich sind leicht gestiegen. Mit Freitagnachmittag sind 56 Erkrankte registriert worden, die meisten in Wien und in Niederösterreich. Dort wurden 23 bzw. 15 Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Allerdings mussten in Österreich aufgrund von Coronavirus-Fällen bzw. Verdachtsfällen mehrere Schulen geschlossen werden.

Neben den Fällen in der Bundeshauptstadt und in Niederösterreich wurden in der Steiermark sechs, in Salzburg fünf und in Tirol vier Fälle registriert, dazu kommt je eine Erkrankung in Oberösterreich, Kärnten und Vorarlberg. Nur im Burgenland gab es noch keinen Covid-19-Fall.

Einige neu in Österreich getestete Fälle bzw. Verdachtsfälle hatten Schulsperren bzw. Klassenisolierungen zur Folge. Dazu zählte etwa die Volksschule in der Galileigasse in Wien-Alsergrund, die aus Sorge am Freitag gar nicht erst geöffnet wurde. Weil zwei Lehrer wegen des Verdachts auf Coronavirus getestet wurden, wurde bis zum Vorliegen der Ergebnisse die Einrichtung geschlossen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsstadtrats Peter Hacker. Von der Vorsichtsmaßnahme sind rund 200 Schüler und 35 Lehrpersonen betroffen.

Auch die International School Carinthia in Velden (Bezirk Villach-Land) ist wegen des Coronavirus am Freitag vorsorglich geschlossen geblieben. Wie die Schule auf ihrer Homepage mitteilte, handelte es sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme - eine Lehrerin hatte nämlich Kontakt mit der Kärntner Coronavirus-Patientin, deren Erkrankung am Donnerstag bekanntgegeben wurde.

In Wien wurde zudem eine ganze Klasse des Lycee Francais de Vienne - eine Privatschule in Wien-Alsergrund - abgesondert. Weil sich eine Mutter und ihre beiden Söhne, die die Schule besuchen, mit SARS-CoV-2 infiziert haben, wurde die ganze Klasse isoliert. Die Mutter und ihre Kinder waren bei einer religiösen Veranstaltung im Elsass und dürften sich dort angesteckt haben.

Das Lycee Francais de Vienne hatte sofort Maßnahmen ergriffen, als am Donnerstag bekannt wurde, dass Tests bei der Familie durchgeführt werden. Als am Freitagvormittag die positiven Ergebnisse vorlagen, war die Klasse bereits abgesondert. Die Kinder befinden sich nun in Heimquarantäne.

Wie Andreas Huber, der Sprecher des medizinischen Krisenstabs der Stadt Wien, der APA berichtete, war die Familie auf einer Veranstaltung im Mulhouse, einer Stadt im Dreiländereck Frankreich-Deutschland-Schweiz. Nach der Rückkehr traten bei einem der Söhne Symptome auf, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hindeuteten. Wie sich herausstellte, lagen zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere bestätigte Infektionen von anderen Teilnehmern der Veranstaltung in Ostfrankreich vor.

Am Gymnasium Stockerau (Bezirk Korneuburg) wurde ebenfalls ein Mädchen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Mitschüler in der Klasse der Infizierten und Lehrer befanden sich nach Angaben aus dem Büro von Niederösterreichs Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) vom Freitag in häuslicher Quarantäne. Sollten Symptome auftreten, würden sie ebenfalls getestet. Die Behörden in Österreich haben aber dennoch noch keine generelle Schließung der Schulen beschlossen.

Unterdessen gaben die Behörden in Oberösterreich mehr Details über den ersten Fall in Oberösterreich bekannt. Es handle sich um „eine Person aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung, die vom 23. bis 29. Februar in Südtirol auf Skiurlaub war“, informierte Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) am Freitag. Der Mann hatte sich bei dem niedergelassenen Arzt wegen möglicher Symptome gemeldet, worauf der Mediziner ihn in seine Praxis nach Linz bestellte. Dort wurde sie laut Landesanitätsdirektor Georg Palmisano isoliert von anderen Patienten behandelt. Die im Klinikum Wels Grieskirchen untersuchte Blutprobe brachte dann am Donnerstag das positive Ergebnis. Aus Sicherheitsgründen die Ordination des Hausarztes in Linz für 14 Tage geschlossen.

Im Kampf gegen das Coronavirus will die EU Italien mit medizinischem Material unterstützen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte vor einem zweiten Sondertreffen der EU-Gesundheitsminister am Freitag in Brüssel: „Die Situation in Italien wird für ganz Europa eine entscheidende.“ Die EU müsse gemeinsam vorgehen, „das Virus hält sich an keine Grenzen“, so Anschober. „Österreich will einen starken Beitrag leisten.“ Die EU-Gesundheitsminister wollen bei dem Treffen zunächst von Italien wissen, welche Art der Unterstützung gewünscht werde, es könnte aber um Material im medizinischen Bereich gehen.

Auswirkungen hatte die Ausbreitung des Coronavirus auch auf einen besonderen Besuch in Wien. Das Digitalfestival „4Gamechangers“ wurde auf Herbst verschoben. Deshalb wird Stargast George Clooney auch erst zum avisierten Termin in September kommen

Weltweit sind mittlerweile über 100.000 Ansteckungsfälle bestätigt worden. Mehr als 3.400 Menschen starben an Covid-19.


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