Zahl neuer Coronavirus-Infektionen in Hubei zurückgegangen

In der chinesischen Provinz Hubei ist die Zahl der neu registrierten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus den dritten Tag in Folge zurückgegangen. Mit 74 neuen Fällen habe die Zahl in dem bisherigen Epizentrum der Epidemie ihren niedrigsten Stand seit Anordnung der Quarantänemaßnahmen in der zentralchinesischen Provinz erreicht, teilte die Nationale Gesundheitskommission am Samstag mit.

Im Rest des Landes wurden demnach 25 zusätzliche Infektionen nachgewiesen. Die Gesundheitskommission meldete überdies 24 Infektionen bei aus dem Ausland Eingereisten. Die Zahl der Toten durch die Epidemie stieg um 28 auf 3.070.

Ungeachtet der Verärgerung Chinas hat US-Außenminister Mike Pompeo dem neuartigen Coronavirus einen anderen Namen gegeben: „Wuhan-Virus“. Am Freitag verwendete er den Begriff zum zweiten Mal in Folge.

In einem Interview mit dem Sender CNBC sagte Pompeo mit Blick auf die Epidemie und Pekings Gegenmaßnahmen: „Ich freue mich, dass Sie die chinesische Kommunistische Partei heute gelobt haben, aber denken Sie daran, dass das Wuhan-Coronavirus dies verursacht hat.“ Am Donnerstag hatte Pompeo bereits gesagt, sein Land stelle 37 Millionen Dollar (33 Millionen Euro) an Hilfen für andere Staaten bereit, die unter der „Ausbreitung des Wuhan-Virus“ litten.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, hatte diese Woche bei einer Pressekonferenz auf Nachfrage gesagt, es sei „höchst unverantwortlich“, Begriffe wie „Wuhan-Virus“ oder „China-Virus“ zu verwenden. Solche Begriffe legten „ohne irgendwelche unterstützenden Beweise“ nahe, dass China Ausgangspunkt des neuartigen Coronavirus sei. Einige Medien wollten damit erreichen, „dass China die Schuld auf sich nimmt“. Bei der Epidemie handle es sich aber um „eine globale Herausforderung“.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im Februar vor Begriffen wie „Wuhan-Virus“ gewarnt. Sie stigmatisierten Menschen chinesischer Herkunft und hielten womöglich Infizierte davon ab, sich auf das Virus testen zu lassen, heißt es in den WHO-Richtlinien zu dem Erreger.

Das neuartige Coronavirus hat mittlerweile mehr als 90 Länder erreicht; mehr als 100.000 Menschen weltweit infizierten sich und mehr als 3.450 Infizierte starben. China hat mit mehr als 80.500 Infizierten und mehr als 3.000 Todesfällen weiterhin die höchste Anzahl von Todesfällen.

Unterdessen meldeten die lateinamerikanischen Länder Costa Rica und Kolumbien ihre ersten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Wie Costa Ricas Gesundheitsminister Daniel Salas am Freitag (Ortszeit) sagte, wurde in seinem Land eine 49-jährige US-Touristin positiv getestet. Sie habe sich vor ihrer Einreise mit dem neuartigen Coronavirus infiziert und befinde sich nun mit ihrem Mann „in strikter Isolation“ in einem Hotel in der Hauptstadt San José.

Wie Kolumbiens Staatschef Iván Duque am Freitag in Bogotá mitteilte, wurde in der kolumbianischen Hauptstadt eine 19-jährige Studentin positiv auf den Erreger getestet, die zuvor die norditalienische Stadt Mailand besucht hatte. 16 Menschen aus dem Umfeld der jungen Frau seien isoliert worden, sagte Gesundheitsminister Fernando Ruiz.

Spanien meldete fünf weitere Tote durch das neuartige Coronavirus. Damit starben in dem EU-Land bereits acht Menschen durch die Epidemie. Bei den neuen Toten handelte es sich nach Behördenangaben um eine 87-jährige Frau in Badalona nahe Barcelona, einen ebenfalls 87-jährigen Mann in Zaragoza im Nordosten Spaniens sowie drei ältere Menschen aus der Region Madrid.

Island hat wegen des Coronavirus den Ausnahmezustand ausgerufen. Der Epidemologe Thorolfur Gudnason hatte das bei einer Pressekonferenz am Freitag in Reykjavik angekündigt, nachdem zwei Corona-Fälle bekannt wurden, die sich in Island angesteckt hatten. Insgesamt wurden bisher 43 Isländer positiv auf das Covid-19-Virus getestet. Die meisten davon haben sich vermutlich beim Winterurlaub in Italien oder Österreich angesteckt.

Auf dem vor Kalifornien festsitzenden Kreuzfahrtschiff „Grand Princess“ sind inzwischen 21 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Bei 19 Besatzungsmitgliedern und zwei Passagieren sei eine Infektion nachgewiesen worden, erklärte am Freitag US-Vizepräsident Mike Pence, der von US-Präsident Donald Trump mit der Koordination der Maßnahmen gegen die Epidemie beauftragt wurde.

Pence versicherte, alle 3.533 Menschen an Bord der „Grand Princess“ würden auf das neuartige Coronavirus getestet und bei Bedarf an Bord unter Quarantäne gestellt. Der Vizepräsident geht nach eigenen Angaben von einer hohen Zahl an Infizierten unter den rund 1.100 Besatzungsmitgliedern aus. In die von der Epidemie betroffenen US-Staaten sollen laut Pence vier Millionen Coronavirus-Testsets gebracht werden. Die „Grand Princess“ liegt seit Mittwoch an der Küste vor San Francisco, nachdem bei zwei zuvor auf dem Schiff reisenden Menschen eine Coronavirus-Infektion festgestellt worden war.

In den USA wurden bisher mehr als 200 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Elf Menschen starben. Weltweit wurden bereits mehr als 100.000 Infektionen und mehr als 3000 Tote registriert.

In Australien hat die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus einen Ansturm auf Klopapier ausgelöst - nun ist ein Streit um das begehrte Produkt erneut eskaliert. Wegen eines handgreiflichen Streits um eine Packung Klopapier in einem Supermarkt in Sydney musste am Samstag die Polizei anrücken. Bereits zuvor waren Hamsterkäufe in Australien in Gewalt umgeschlagen.

Bereits Mitte der Woche hatte die Klopapier-Hysterie in Australien die Polizei auf den Plan gerufen: In der Stadt Tamworth im Bundesstaat New South Wales setzten Beamte einen Elektroschocker gegen einen Mann ein, der im Streit um eine Packung Toilettenpapier handgreiflich geworden war. In einem weiteren Fall wurde die Polizei in einen Laden in Sydney gerufen, als ein Kunde in einem Klopapier-Streit ein Messer zückte.

Der Gesundheitsminister von New South Wales, Brad Hazzard, rief die Menschen auf, mit den Hamsterkäufen aufzuhören. „Die Vernunft sagt uns, dass es kein Problem gäbe, würden einige Menschen nicht Toilettenpapier in exzessivem Maße kaufen“, schrieb Hazzard im Kurzbotschaftendienst Twitter. In Australien gibt es mehr als 70 nachgewiesene Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus.


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