Coronavirus - Zahl der positiv Getesten auf 74 gestiegen

74 Personen in Österreich sind bis Freitagvormittag positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden - vier im Burgenland, 23 in Niederösterreich, vier in Oberösterreich, fünf in Salzburg, sechs in der Steiermark, sieben in Tirol, 23 in Wien und jeweils einer in Kärnten und Vorarlberg. Das gab das Innenministerium nach der täglichen ressortübergreifenden Lagebesprechung im Krisenstab bekannt.

Insgesamt wurden bisher 4.308 Testungen in Österreich durchgeführt. Weltweit wurden bisher laut John Hopkins Universität insgesamt 102.469 bestätigte Fälle bekannt gegeben. Die Anzahl der Todesfälle beträgt diesen Daten zufolge weltweit derzeit 3.491, die Anzahl der Genesenen 57.426.

Entwarnung gibt es für die Volksschule in der Galileigasse in Wien-Alsergrund: Zwei unter Coronavirus-Verdacht stehende Lehrerinnen wurden negativ getestet. Damit findet der Unterricht am Montag ganz normal statt. Die beiden Leherinnen bleiben zur Sicherheit noch in häuslicher Absonderung. Diese Maßnahme gilt für 14 Tage. In Wien ist die Zahl der Infizierten mit 23 bis Samstagmittag übrigens gleich geblieben.

Zuletzt wurden in Oberösterreich drei weitere Fälle einer Corona-Infektion bestätigt. Die Betroffenen - ein Mann und ein Ehepaar aus Leonding - waren in der selben Reisebusgruppe wie ein erkrankter Mühlviertler, der Donnerstagabend positiv getestet worden war, teilte das Land mit. Der 80-jährige Mühlviertler war vom 23. bis 29. Februar mit einem Reisebus in Südtirol auf Skiurlaub. Die drei neuen Fälle waren laut Gesundheitsreferentin LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) und Landessanitätsdirektor Georg Palmisano in der selben Reisegruppe. Alle vier bleiben vorerst in häuslicher Quarantäne.

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Im Bus befanden sich rund 50 Passagiere, die nun identifiziert werden müssen. Die Kontaktpersonensuche sei unmittelbar aufgenommen worden, hieß es in einer Presseaussendung. Der auf diese Weise identifizierte Personenkreis werde von der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land informiert und gegebenenfalls Absonderungen unterzogen.

Bei der Anhaltung eines Reisebusses am Donnerstag in Wien staunten Zöllner nicht schlecht: Unter anderem stießen die Beamten auf 21.000 Einmal-Mundschutzmasken. Das Fahrzeug eines türkischen Busunternehmens war schon in der Vergangenheit durch Mitnahme von Schmuggelwaren aufgefallen, berichtete das Finanzministerium am Samstag. Die Fahrt der vier Lenker im Alter von 40 bis 50 Jahren sowie dreier Passagiere aus der Türkei nach Deutschland war somit vorerst zu Ende.

Neben den Schutzmasken stellten die Zöllner 25 Kilo Fleisch, 1.200 Zigaretten und verschiedenen anderen Waren sicher. Angesichts der aktuellen Nachfrage hätten die Schmuggler Schätzungen zufolge aus dem Verkauf der Masken „mindestens 50.000 Euro Gewinn“ lukrieren können, berichtete das Ministerium.

Die konfiszierten Einmal-Mundschutzmasken wiesen auch keine CE-Zertifizierung auf. Durch diese bestätigen Hersteller, dass das Produkt den geltenden europäischen Richtlinien entspricht. „Auch sonst konnte keinerlei Hinweis darauf gefunden werden, dass es sich um geprüfte Medizinprodukte handelt“, hieß es in einer Aussendung des Finanzministeriums.

Im Sinne der Produktsicherheit riet der Zoll grundsätzlich davon ab, Medizinprodukte auf ungeprüften, nicht kontrollierten Handelswegen zu beziehen. Die Risiken beim Kauf medizinischer Waren aus ungesicherten Quellen seien nicht zu unterschätzen. Die Nachfrage nach solchen Einmal-Mundschutzmasken ist angesichts der aktuellen Coronavirus-Situation ungebrochen. Selbst auf privaten Online-Marktplätzen werden Masken zum Verkauf angeboten.

Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hält fest, dass Einmal-Mundschutzmasken kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien sind, die in der Luft übertragen werden. Sie können aber beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung durch „Spritzer“ von Niesen oder Husten zu verringern. „Es kann davon ausgegangen werden, dass bei den aufgegriffenen, nicht zertifizierten Masken auch dieser Effekt nicht gewährleistet werden kann“, betonte das Ministerium. Außerdem könne nicht geklärt werden, wo diese Masken unter welchen Umständen produziert wurden.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus stellen die ÖBB ihre Nachtzugverbindungen nach Oberitalien ein. Betroffen davon ist der ÖBB Nightjet nach Mailand und jener nach Venedig. Aufgrund der verschärften Reisewarnungen für die Regionen Lombardei und Venetien werden darüber hinaus ab Samstag keine ÖBB-Zugbegleiter sowie im Auftrag der ÖBB tätiges Catering-Personal mehr in diese italienischen Regionen fahren, so ÖBB-Kommunikationschef Sven Pusswald in einer Aussendung am späten Samstagabend. Ebenso eingestellt werde die InterCity-Busverbindung von Klagenfurt/Villach nach Venedig.

Die Tageszugverbindungen nach Bologna, Udine, Triest, Verona und Venedig bleiben laut ÖBB bis auf Weiteres aufrecht, da diese Züge auf italienischer Seite von italienischen Partnerbahnen geführt werden. Die ÖBB betonen in der Aussendung, dass Züge von und nach Italien einer zusätzlichen Reinigung und Desinfektion unterzogen werden. Zugverbindungen nach Bozen in Südtirol würden von den ÖBB ebenso weitergeführt wie bis auf weiteres der ÖBB Nightjet nach Rom. Die Auswirkungen auf Fahrgäste schätzen die ÖBB derzeit gering ein, da die Buchungslage für Züge nach Italien in den letzten Wochen deutlich gesunken sei.


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