Situation an griechisch-türkischer Grenze: Regierung will Spenden verdoppeln

Kanzler Kurz setzt angesichts der Situation an der türkisch-griechischen Grenze weiter auf „Hilfe vor Ort“ in Griechenland. Mit den Grünen gebe es trotz Differenzen in der Sache keine Probleme.

Bundeskanzler Sebastian Kurz in der Pressestunde mit TT-Innenpolitik-Redakteurin Karin Leitner und ORF-Journalist Hans Bürger.
© ORF

Wien – ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz bleibt dabei: Es sollen keine zusätzlichen Flüchtlinge von den griechischen Inseln nach Österreich geholt werden. Vertreter des grünen Koalitionspartners sowie Bundespräsident Alexander Van der Bellen hatten sich dafür ausgesprochen, Frauen und Kinder aufzunehmen. „Wer Frauen und Kinder aufnimmt, nimmt genauso die Väter und die Männer auf“, entgegnete Kurz in der ORF-Pressestunde. Bei der Zusammenarbeit mit den Grünen gebe es trotz der Differenzen in der Flüchtlingsfrage keine Probleme, sagte der Kanzler.

Die oppositionellen NEOS fordern, 500 Frauen und Kinder aufzunehmen. Das hält Kurz für „unredlich“, Österreich habe allein im Jänner und Februar 2500 Asylanträge entgegengenommen.

📽 Video | Kurz zur Flüchtlingssituation an der griechisch-türkischen Grenze

Kurz hingegen will weiterhin auf „Hilfe vor Ort“ setzen. Die Regierung werde daher alle Spenden, die bis Ostern über die ORF-Aktion „Nachbar in Not“ für die Flüchtlinge im syrischen Idlib gesammelt werden, aus ihrem Auslandskatastrophenfonds verdoppeln: „Die treffsicherste Hilfe ist vor Ort und nicht der Versuch der unbeschränkten Aufnahme in Europa.“

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Kurz warnte erneut davor, dass sich Millionen Menschen auf den Weg machen könnten, wenn die „griechische Grenze fällt“. Zuvor hatte der Kanzler bereits angekündigt, dass Österreich 13 Cobra-Beamte mit einem gepanzerten Fahrzeug und eine Drohne an die griechische Grenze schicken werde. Zusätzlich soll eine Million Euro an humanitärer Hilfe zur Verfügung gestellt werden. (sas)


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