Ötztaler Betriebe setzen auf eigene Deutschkurse

Um für die laufende Wintersaison gerüstet zu sein, werden aktuell alleine im Ötztal rund 70 Beschäftigte über die GemNova geschult.

GemNova-Trainerin Ágnes Schin (Zweite von links) und ihre Gruppe mit Lukas Scheiber (r.) vom Hotel Edelweiß in Obergurgl sind überzeugt, dass die Kurse für alle Beteiligten einen Gewinn darstellen.
© Hotel Edelweiß

Von Alexander Paschinger

Obergurgl – Die Zimmerstunde im Hotel Edelweiß in Obergurgl ist einmal wöchentlich dem Lernen gewidmet: „Heuer machen bei uns bis zu 40 Mitarbeiter freiwillig beim Deutschkurs mit, den wir bezahlen“, spricht Hotelier Lukas Scheiber von einer „Win-win-Situation“. Denn die Mitarbeiter aus aller Herren Länder erhalten – zugeschnitten auf Arbeitsbereiche und Deutschkenntnisse – spezielle Kurse, die von der GemNova-Akademie direkt im Betrieb abgehalten werden. „In unserem Betrieb findet das bereits den zweiten Winter statt“, erzählt Hotelier Scheiber. „Und ich muss sagen, ich bin sehr, sehr zufrieden.“

Um ihre ausländischen Arbeitskräfte in die deutsche Sprache einzuführen, setzen schon mehrere Unternehmen im Ötztal auf diese Deutschkurse. Das betrifft verschiedene Hotels in Obergurgl oder Hochgurgl ebenso wie die Ötztaler Verkehrsbetriebe, private Interessierte in Längenfeld genauso wie Hotels und Pensionen in Sölden. Aktuell bildet die GemNova-Akademie rund 70 Personen aus Ungarn, der Slowakei sowie aus Bosnien, Serbien und zahlreichen anderen Ländern schrittweise aus. Die Kurse finden direkt in den Betrieben statt, dabei wird auch Bedacht auf den ganz spezifischen Wortschatz der verschiedenen Branchen und auf den Ötztaler Dialekt genommen. Ruft nämlich der Chef seinem Lehrling zu, er solle ihm doch einen „Kiwei“ bringen, so könnte es aufgrund der Sprachbarriere schnell zu einem Missverständnis kommen, erklärt Monika Kopp, ein­e langjährige Deutschtrainerin der GemNova-Akademie. Denn während der Auftraggeber einen Kübe­l gemeint hat, versteht der fremdsprachige Lehrling vielleicht, dass er im Lebensmittelgeschäft eine Packung Kiwi besorgen solle.

Gut drei Monate lang dauert so ein Sprachkurs. Am Ende der Kurse gibt es dann eigene Sprachzertifikate und von allen Seiten zufriedene Gesichter. Solche Kurse gibt es auch im Zillertal, im Stubaital oder im Paznaun, wo etwa die „Crew Ischgl“ mit der GemNova außergewöhnliche Projekte umsetzt.

Auch die Pfeifer Holding mit Sitz in Imst hat mit solchen Sprachkursen für ihre Beschäftigten „nur die besten Erfahrungen“ gemacht. „Bei uns haben schon mehr als 60 Personen diese Schulungen besucht. Besonders gefallen hat uns dabei, dass auf die Wünsche und Bedürfnisse der Lernenden intensiv eingegangen wurde“, sagt Sarah Kathrein, Personalentwicklerin bei der Pfeifer Holding.

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