Falsche Zeugenaussage der Ex-Freundin: Freispruch nach Brandserie in Telfs

Eine falsche Zeugenaussage brachte den Deutschen nach Brandstiftungen in Telfs in U-Haft. „Alles spricht gegen Ihre Täterschaft“ stellte am Dienstag die Richterin am Landesgericht fest.

Nach einer Brandstiftung im Dezember 2018 musste die Telfer Wohnanlage evakuiert werden. Der Prozess endete mit einem Freispruch.
© zeitungsfoto.at

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Er wurde als mutmaßlicher Serienbrandstifter festgenommen, saß monatelang in Untersuchungshaft. Und das ohne jede Schuld, stellte am Dienstag Richterin Sandra Presslaber am Landesgericht fest: „Alles spricht gegen Ihre Täterschaft“, erklärte sie bei der Urteilsverkündung dem 39-jährigen Deutschen – Freispruch (nicht rechtskräftig). Für die Ex-Partnerin, Mitangeklagte und Belastungszeugin ist der Fall allerdings noch nicht abgeschlossen. Die 36-jährige Telferin war es nämlich, die den Ex-Freund durch ihre Zeugenaussage hinter Gitter brachte.

Rückblende: Zwischen Jänner 2018 und Jänner 2019 sorgten mehrere Brände für Aufregung und Angst in einer Telfer Wohnanlage. Zumal bald feststand, dass ein Brandstifter seine Hände im Spiel hatte. Für zusätzliche Unruhe sorgten Drohbriefe, die vier Mieter in ihren Postkästen fanden. Im Sommer 2018 hielt eine weitere Brandserie zwischen Zirl und Telfs Bevölkerung und Polizei in Atem. Zehn Stadel und Ställe gingen dabei in Flammen auf. Die Brände waren ebenfalls gelegt worden, ergaben die Ermittlungen.

Im Frühjahr 2019 wendete sich das Blatt: Die Polizei konnte eine 36-jährige Hausbewohnerin als Verfasserin von zumindest einem Drohbrief ausforschen. Die Frau gestand. Und beschuldigte ihren Ex-Freund, für die Brandlegungen in der Wohnanlage verantwortlich zu sein. Sie gab weiters an, der Deutsche habe auch einen Stall in Inzing angezündet. Die durchaus plausibel klingenden Aussagen der Frau waren es auch, die den Deutschen in Untersuchungshaft brachten.

Beim Prozessauftakt im Dezember gab die Zeugin und Mitangeklagte an, sie habe den 39-Jährigen aus Angst monatelang gedeckt. Als Richterin Presslaber ihre Handykommunikation mit dem Deutschen überprüfte, ergab sich ein anderes Bild. Ein Bild der Zuneigung, Angst war nicht herauszulesen. Damit war offensichtlich, dass die 36-Jährige ihren Ex falsch belastet haben dürfte. Die Mit­angeklagte war am Dienstag nach einem Unfall nicht am Gericht erschienen. Dennoch wird sie sich noch für ihre offenkundigen Falschaussagen verantworten müssen.

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