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Höfen will Wachstum ankurbeln und baut Wohnungen

Die Gemeinde Höfen realisiert mit Wohnbauträger 36 Wohnungen am Graben. Ein im Bezirk neues, generationsübergreifendes Projekt wird zudem im Leimbachwald angedacht.

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Thomas Strele vom Planungsbüro Walch und Partner (l.) und Bürgermeister Vinzenz Knapp zeigen, wie die neue Wohnanlage am Graben nach Abschluss der Arbeiten aussehen soll.
© Tschol

Von Simone Tschol

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Höfen –Ein „gesundes Wachstum“ strebt die Gemeinde Höfen in den kommenden Jahren an. Das ließ Bürgermeister Vinzenz Knapp am Dienstag bei einem Pressetermin in seinen Amtsräumlichkeiten wissen. Ein Baustein auf dem Weg dorthin sei eine Wohnanlage, die mit der gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft „Frieden“ im Ortsteil Graben realisiert wird. Mit Baubeginn wird spätestens im Herbst 2021 gerechnet. Entstehen sollen dort drei Gebäude mit je 12 Wohnungen. „Der Wohnungsschlüssel ist so konzipiert, dass er den Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft entspricht“, erklärt Planer Thomas Strele. Demnach seien dort vermehrt kleine bis mittelgroße Einheiten, also Zwei- und Dreizimmerwohnungen vorgesehen.

„Wir haben am Graben 15 neue Bauplätze erschlossen. Zwölf davon sind verkauft, vorwiegend an Jungfamilien. Es gibt aber auch Höfener, die nicht selbst bauen wollen. Auch sie sollen die Möglichkeit haben, in Höfen Wohnraum zu finden“, sagt Gemeindechef Knapp.

Die drei Baukörper, die auf den übrigen drei Plätzen entstehen, sollen jedoch nicht alle auf einmal gebaut werden. Knapp: „Der Plan ist, diese im Abstand von drei Jahren zu errichten. Damit hätten wir dann den Wohnraumbedarf über zehn Jahre hinweg abgedeckt. Ist der Bedarf früher gegeben, dann kann natürlich auch früher gebaut werden.“

Lage der Baugründe einen Glücksfall

Höfen wolle nicht unter allen Umständen größer werden. „Ich will mich damit nicht in die Debatte zwischen den Bürgermeistern aus Pflach und Ehenbichl einbringen, die ja konträre Ziele für ihre Gemeinden verfolgen. Aber 1300 bis 1350 Einwohner wären schon das Ziel“, meint Bürgermeister Knapp, der aktuell rund 1230 Höfener zählt.

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Strele sieht vor allem in der Lage der Baugründe einen Glücksfall. Es sei nahe am Zentrum, die Nahversorgung sei gegeben, die Bushaltestelle direkt nebenan und die Anlage liege direkt am Radweg. Strele: „Auch der Naturpark ist fußläufig erreichbar. Diese Nähe zur Natur möchten wir auch architektonisch aufgreifen und das für den Lech so typische Schwemmholz zumindest optisch in die Fassadengestaltung einfließen lassen.“

Neben dem Wohnbau am Graben steht derzeit in Höfen auch ein weiteres Wohnprojekt in Diskussion. Dieses wäre das erste seiner Art im Bezirk und würde sich stark am „Haus im Leben“ in Innsbruck orientieren. Das Gemeinschaftswohnprojekt für alle Generationen umfasst individuelle Wohnungen und großzügige Gemeinschaftsräume. Altersgerecht, kindergerecht, barrierefrei und betreut durch eine Wohnbegleitung, einen so genannten Kümmerer, würden dort mehrere Generationen ein neues Zuhause finden.

Gemischtes Wohnen für alle Generationen

„Erste Ideen gehen in die Richtung, im Leimbachwald 25 solcher Wohnungen, arrangiert in einem Ensemble aus Mehrfamilienhäusern mit Platzgestaltung, zu bauen. Integriert werden könnte auch ein Geschäft, ein Physiotherapeut, Sozialräumlichkeiten und vieles mehr“, umreißt Knapp die Grundidee und fügt hinzu: „Dadurch, dass der Grund der Gemeindeguts­agrar gehört, könnten wir die Wohnflächen dort günstig anbieten. Dann könnten sich auch ältere Leute, die heute allein in einem großen Haus wohnen und dieses nicht mehr erhalten oder pflegen können, dort Wohnraum leisten.“ Knapp schränkt gleichzeitig ein: „Das soll aber kein Altenheim werden, sondern gemischtes Wohnen aller Generationen möglich machen.“

Der Ortschef ist davon überzeugt, dass mit solchen Projekten, so sie auch in anderen Gemeinden realisiert würden, die Warteschleife in den Altenheimen extrem verkürzt werden könnte – zumindest was Personen in den Pflegestufen 1 bis 3 betrifft. „Die Leute sind dort glücklicher als im Heim und auch der soziale Zusammenhalt wird gefördert“, meint Knapp.

Zeitplan gibt es für das Sozialwohnprojekt noch keinen. Der Gemeinderat sei laut Knapp bereits informiert und stehe dem Projekt sehr positiv gegenüber. Als Nächstes soll ein Grundsatzbeschluss gefasst, das Projekt anschließend skizzenhaft auf Papier gebracht werden, „damit sich die Höfener darunter auch etwas vorstellen können“. Dann sei noch viel Vorlauf inklusive Bedarfserhebung nötig, ehe es in die Diskussion gehe.


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