Vier Millionen Euro für Verbauung des Dawinbach in Strengen

Nach der Mure im vergangenen August soll der Strenger Dawinbach noch heuer verbaut werden. Das Gerinne wird dadurch verlegt. Das Projekt wurde inzwischen zur Genehmigung eingereicht.

Im vergangenen Herbst wurde Strengen durch eine große Mure am Dawinbach getroffen. Es gab starke Schäden.
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Von Matthias Reichle

Strengen – 70 Tonnen schwere Felsbrocken nahm er mit, als wären sie aus Styropor. Ende August 2019 schwoll der Strenger Dawinbach von einem Rinnsal zu einem Wildbach an, der seinen Namen verdient. Rund 15.000 Kubikmeter Schlamm, Geröll und Stein dürfte er damals mitgerissen haben.

Rund vier Millionen wird das Projekt kosten, mit dem der Wilde heuer ausgebaut wird. Dazu wird das Gerinne vom Schluchtenausgang bis zur Mündung hin verlegt und – mit größerem Querschnitt – komplett neu gebaut, wie WLV-Gebietsbauleiter Daniel Kurz erläutert. Eine Mure wie vom vergangenen Herbst sollte dann problemlos abgeleitet werden.

Im Unterlauf wird der Dawinbach versetzt – eine neue Position bekommt auch die Landesstraßenbrücke.
© Reichle

Aktuell sind noch die Sofortmaßnahmen im Gange, die bereits im vergangenen Herbst gestartet worden sind, um die Abflusssituation im Fall weiterer Muren zu verbessern.

Derzeit steht hinter dem Zeitplan allerdings ein großes Fragezeichen. Die Bezirkshauptmannschaft Landeck hat die Behördenverfahren zur Genehmigung des Projekts aufgrund des Corona­virus vorerst verschoben.

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Der Dawinbach bekommt im Mündungsbereich einen neuen Verlauf. Zwei Brücken werden neu gebaut und versetzt.
© WLV

Finanziert wird die neue Verbauung vom Land, der Landesstraßenverwaltung der Gemeinde und dem Bund. Man wolle die Maßnahmen noch heuer umsetzen, so Kurz. Die Maßnahmen im Unterlauf sollen noch vor der nächsten Hochwassersaison 2021 fertig werden.

Das Bachbett wird dabei Richtung Landeck verlegt, verläuft künftig gestreckt über den Schwemmkegel und ist dadurch auch steiler. „Die Einmündungssituation in die Rosanna wird auch verbessert, die neue Mündung ist weiter unten“, so Kurz.

Auch die Landesstraßenbrücke und die untere Gemeindebrücke über den Dawinbach werden abgebrochen und neu gebaut. Die obere Gemeindebrücke fällt komplett weg. „Der Dawinbach bringt viele große Blöcke mit. In Zukunft sollen auch Muren mit aufschwimmenden Felsen durchpassen“, betont der Gebietsbauleiter.

Es wird vermutlich keine einfache Baustelle. Immerhin verlaufen auch zahlreiche Versorgungsrohre und -leitungen über den Bach. „Der Dawinbach hat eine schlechte Entwicklung durchgemacht“, erläutert er. Früher sei die Dauer zwischen den Ereignissen lang gewesen. „Inzwischen gibt es sehr kurze Intervalle mit hochenergetischen Prozessen.“

Der Bach hat die Besonderheit, dass über den ganzen Verlauf Material abrutschen kann. Das große Transportgerinne soll garantieren, dass Muren, die sicher wieder auftreten, gut abtransportiert werden, so Kurz. Ein Restrisiko werde aber weiter bestehen. Die Gefahrenzonenpläne werden sich deshalb auch durch die neue Verbauung nicht wesentlich oder gar nicht ändern. Mit der Rücknahme der roten Zone werde man sehr vorsichtig sein.

Laut Bürgermeister Harald Sieß sei das Projekt bereits der Gemeinde und den Grundeigentümern vorgestellt worden. Der Kostenanteil von Strengen beträgt 18 Prozent. „Das können wir allein nicht finanzieren, da sind wir auf Bedarfszuweisungen angewiesen“, betont er.


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