Spektakuläre Änderung: Markus Langes-Swarovski verlässt Geschäftsführung

Kristallkonzern Swarovski will die Führung „verschlanken“ und umstrukturieren. Konzernsprecher Markus Langes-Swarovski scheidet nach über 18 Jahren aus dem Executive Board aus.

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Markus Langes-Swarovski.
© Swarovski

Von Alois Vahrner

Wattens – Beim weltweit bekannten Tiroler Kristallkonzern Swarovski wird weiter kräftig umgebaut. Wie berichtet, dürften wegen der nach dem unbefriedigenden Vorjahr jetzt durch die Corona-Krise erlittenen und noch erwarteten Einbußen Hunderte, möglicherweise aber auch 1000 Stellen gestrichen werden. Und auch in der Führung kommt es zu einer spektakulären Änderung: Konzernsprecher Markus Langes-Swarovski scheidet mit Monatsende nach über 18 Jahren aus dem Executive Board, dem operativen Führungsgremium bei Swarovski, aus.

Langes-Swarovski, größter der über 80 stimmberechtigten Familien-Anteilseigner im Konzern, will demnach künftig als Beirat und Präsident des Verwaltungsrats an der Unternehmens-Zukunft mitwirken, wie es heißt. Seine Agenden im Executive Board soll der Vorsitzende der Geschäftsführung, Robert Buchbauer, übernehmen. Nach dem Rückzug von Langes-Swarovski hat das Führungsgremium mit Buchbauer, Nadja Swarovski und Mathias Margreiter nur noch drei Mitglieder. Im Beirat, quasi dem Aufsichtsrat, sitzen Helmut Swarovski, Monika Schiestl-Swarovski, Marina Giori-Lhota, Robert Buchbauer, Mathias Margreiter und Markus Langes-Swarovski.

Vor eineinhalb Jahren war bereits Daniel Cohen ausgeschieden. Schon damals hatten Cohen und Langes-Swarovski betont, dass der 1895 von Daniel Swarovski gegründete Konzern mehr Schlagkraft, Klarheit, Flexibilität, Effizienz und auch das Heben von Synergien brauche. Aus der Historie heraus seien in der Familien-Struktur mit heute über 200 Mitgliedern „Territorien“ entstanden, die ohne den nicht unkomplizierten Einfluss-Hintergrund der Familienstämme wohl anders organisiert worden wären. Die Entscheidungsstrukturen seien heute „nicht mehr zeitgemäß“. Weitere, einschneidendere Umbauten bei den Entscheidungsstrukturen im Kristallkonzern seien nötig, heißt es nach TT-Informationen in Wattens. Ob auf Sicht weiterhin nur Familienmitglieder in der Swarovski-Führung agieren werden oder erstmals externe Topmanager geholt werden, könnte eine der Fragen sein.

Der Swarovski-Konzern hat 2018 mit etwa 32.000 Mitarbeitern weltweit einen Gruppenumsatz (mit Tyrolit und Swarovski Optik) von 3,5 Mrd. Euro erzielt.


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